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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 11:02 Uhr

Malente : SPD hat Bürgermeister-Kandidaten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Eckernförder Finanzbeamte Jörg Meyer (54) will Bürgermeister im Kneippheilbad Malente werden.

Aus dem bisherigen Zweikampf um das Malenter Bürgermeisteramt wird voraussichtlich ein Dreikampf: Der Finanzbeamte Jörg Meyer (54) aus Eckernförde will sich um den Posten bewerben und am 29. Mai gegen Tanja Rönck und den CDU-Kandidaten Hans-Werner Salomon antreten. Bei ihrer Jahresversammlung am Sonnabend, 13. Februar, ab 15 Uhr im Haus der Arbeiterwohlfahrt wolle die SPD Meyer als ihren Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Michael Koch nominieren, kündigte SPD-Ortsvorsitzender Andreas Hillesheim gestern an.

„Die politische Gesprächskultur wieder auf eine sachliche und inhaltliche Ebene zu bekommen, ist mein großes Ziel“, erklärte Meyer dem OHA. Sein Vorteil sei, dass er als Neutraler an den vergangenen Auseinandersetzungen, etwa um die Kurabgabenerhebung, nicht beteiligt gewesen sei. „Ich bin jemand, der motivieren und verbinden kann“, zeigt sich das SPD-Mitglied überzeugt.

Eine erste Herausforderung steht dem gebürtigen Eckernförder bereits bevor. Am Dienstag, 9. Februar, will er mit Grünen, FDP und Freien Wählern Malente (FWM) jeweils getrennte Gespräche führen, um auszuloten, ob diese ihn als ihren Kandidaten unterstützen. Die SPD hatte gemeinsam mit den potenziellen Unterstützern per Anzeige nach einem Kandidaten gesucht – die Freien Wähler, obwohl sie vor knapp einem Jahr bereits Tanja Rönck präsentiert hatten.

Zunächst hatte sich Meyer mit SPD-Vorstand und -Fraktion getroffen und offenbar Eindruck gemacht: „Ich bin überzeugt, dass er die Gemeindeverwaltung leiten kann und eigene Ideen zur Fortentwicklung Malentes entwickeln wird“, sagte Hillesheim. Am vergangenen Wochenende gab es bereits ein gemeinsames Treffen mit den anderen politischen Vertretern. Die Gespräche bezeichnete Meyer als „sehr konstruktiv“.

An der Zusammenkunft nahm auch Meyers Ehefrau Manuela teil. Das Paar hat einen Sohn und eine Tochter im Erwachsenenalter. Nach zwölf Jahren als Zeitsoldat bei der Luftwaffe, die ihn unter anderem nach El Paso (Texas) führten, war Meyer zur Finanzverwaltung gegangen, wo der Amtsinspektor jetzt als Amtsprüfer arbeitet. In die SPD trat der Hauptfeldwebel der Reserve erst 2009 ein. „Aber gefühlt bin ich schon mein ganzes Leben Sozialdemokrat“, sagt Meyer. Auch sein Vater und seine Großeltern seien in der SPD gewesen. Er gehört nicht nur der Eckernförder SPD-Ratsfraktion an, sondern ist auch stellvertretender Bürgermeister. Seine private Leidenschaft gilt dem Fußball. Als Inhaber der B-Lizenz trainierte der Anhänger des Hamburger SV auch Jugendmannschaften von Holstein Kiel.

Malente ist Meyer seit Kindheitstagen ein Begriff: „Mit meinen Eltern bin ich mit der 5-Seen-Fahrt unterwegs gewesen.“ Auch später hätten ihn sein Beruf als Finanzbeamter und seine Trainerausbildung immer wieder in den Ort geführt. Bei einem Rundgang durch die Gemeinde seien ihm „viele Gestaltungsmöglichkeiten“ aufgefallen, sagt Meyer und nennt als Ansatzpunkte leerstehende Läden und nicht ausgebaute Straßen. „Das wirkt nicht sehr positiv.“ Um die schwierige Finanzlage der Gemeinde zu verbessern, will Meyer Wirtschaft und Tourismus stärken. Dafür wolle er auch seine Kontakte zu Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) nutzen.

Jörg Meyer macht keinen Hehl daraus, dass seine Bewerbung um das Bürgermeisteramt auch etwas mit einem bevorstehenden beruflichen Umbruch zu tun hat. Der Eckernförder Standort des Finanzamts werde 2020 nach Schleswig verlagert. Und auch die Zukunft der Kfz-Zulassungsstelle in Eckernförde, in der seine Frau arbeite, sei unsicher. Angesichts dieser Situation habe er mit seiner Frau beschlossen, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. „Warum soll ich den großen Schritt nicht wagen?“, fragt Meyer und fügt hinzu: „Die passende Stelle dafür wäre Malente.“

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erstellt am 03.Feb.2016 | 11:00 Uhr

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