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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 06:52 Uhr

SPD hat 103 Mitglieder verloren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wiedergewählter Kreisvorsitzender Norbert Maroses kündigt eine Mitgliederoffensive mit finanzieller Hilfe der Bundes-SPD an

von
erstellt am 06.Nov.2015 | 15:45 Uhr

Die SPD im Kreis Plön ringt, wie alle anderen Parteien auch, um Mitglieder. So haben die Sozialdemokraten im Kreis Plön in den vergangenen zwei Jahren 103 Mitglieder verloren – 61 durch Austritt, 37 durch Tod und fünf durch Umzug – und zählen jetzt noch 1247 Frauen und Männer.

Der wiedergewählte Kreisvorsitzende Norbert Maroses kündigte eine Mitgliederoffensive an. Nicht nur, dass die drei SPD-Arbeitsgemeinschaften sozialdemokratischer Frauen, Bildung und SPD 60 Plus nicht aktiv sind. Aktiv seien nur die AG für Arbeitnehmerfragen und die Jusos. „In einigen Bereichen sind die Ortsvereine sehr schwach“, klagte Maroses auch über ein Durchschnittsalter von über 60 Jahren. So seien bereits SPD-Ortsvereine zusammengelegt worden.

Die SPD im Kreis Plön bekommt aus einem Projektfond der Bundes-SPD zur Mitgliederwerbung einen Zuschuss von 5000 Euro. „Und wir hoffen auf Komplementärmittel des SPD-Landesverbandes, damit eine hauptamtliche Kraft zur Mitgliederwerbung eingestellt werden kann“, hoffte Norbert Maroses vor 76 Delegierten in Wankendorf.

In Zukunft will der SPD-Kreisverband den Kontakt zu seinen Ortsvereinen stärken. Aber auch die Informationen innerhalb des SPD-Kreisverbandes und die Homepage sollen verbessert werden. Norbert Maroses hofft auch auf eine Reaktivierung der zurzeit passiven Arbeitsgemeinschaften.

Die Zielsetzung gefiel den 76 Delegierten offensichtlich. Sie wählten Norbert Maroses aus Preetz einstimmig erneut zum Kreisvorsitzenden. Stellvertreter bleiben Dr. Birgit Malecha-Nissen (Passade) und Lutz Schlünsen (Stoltenberg), Schriftführerin Monika Vogt (Schwentinental) und Kassenwartin Christel Seick (Lütjenburg). Beisitzer wurden Aylin Cerrah, Jonas Cornelsen, Toke Hoffmeister, Angela Howe, Klaus Jans, Thomas Menzel, Jürgen Plambeck und Eckhard Voß.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sprach sich dafür aus, dass Jugendliche schneller den Weg in die Berufe finden. Dafür installiere das Land in Neumünster, Schleswig-Flensburg, Nordfriesland, Pinneberg und Dithmarschen sogenannte Jugendberufsagenturen.

Aber auch die schon gute Qualität der Schulen könnte noch besser werden. Dazu könnten freiwillige, externe Evaluierungen der Schulen beitragen, die ab 1. Februar 2016 möglich seien. „Dabei können die Kollegien mit Experten von Außen einen Blick auf ihre Schulen werfen“, sagte Ernst.

Ein harter politischer Kampf mit den Konservativen, so die Ministerin, habe es zum Thema Oberstufen an Gemeinschaftsschulen gegeben. Dort, wo es möglich sei, sollten sie an Gemeinschaftsschulen eingerichtet werden. So sollten in diesem Jahr noch Schulassistenten eingestellt werden. „Wir freuen uns über 1200 Bewerbungen“, sagte die Minsiterin in Wankendorf.

Außerdem sollen an den Schulen digitale Geräte zum Lernen in der digitalen Gesellschaft sinnvoll eingesetzt werden. Dazu hätten 111 der 804 Schulen im Land kluge Konzepte entwickelt. Britta Ernst: „Das Notebook gehört heute zur Vorbereitung auf das Lernen an der Uni einfach dazu.“ In Sachen Flüchtlinge sei das Bildungssystem im Land gut aufgestellt. So seien 240 Lehrerstellen geschaffen worden, sagte die Ministerin. Schließlich seien Schule und Sprache die wichtigsten Schlüssel zur Integration.

Mit dem Thema Flüchtlinge befasste sich die Delegiertentagung durch einen Antrag des SPD-Kreisvorstandes und der Jusos. Darin erhoben sind die Forderungen nach einer zentralen Koordinierungsstelle für Flüchtlinge im Kreis Plön sowie die Kostenübernahme für die Flüchtlinge durch den Bund.

Lutz Schlünsen, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, stellte lobend die Kooperation mit Grünen und FWG heraus: „Wir legen seit 2013 unser Abstimmungsverhalten gemeinsam fest, was uns bisher in 90 Prozent aller Beschlüsse gelungen ist.“ Es würden auch keine „Nebelkerzen“ geworfen, sondern sich auf das Wesentliche konzentriert. Als Kernthema rief Schlünsen die Förderung der Kindertagesstätten aus.

Sorgen allerdings macht sich Schlünsen um den Kreishaushalt. Der sei zwar vertraglich konsolidiert, werde aber durch die Kosten für die Flüchtlinge sehr belastet und am Ende defizitär. „Es kann nicht sein, dass sich Finanzminister Schäuble in Berlin über eine schwarze Null freut und die Kommunen müssen die Kosten für die Flüchtlinge tragen.

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