zur Navigation springen

ostholstein : SPD-Führung umkreist das Thema Landratswahl

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jahresempfang der SPD Ostholstein: „Leider“ keine Gegenkandidatin für Reinhard Sager gefunden / Lob für Willkommenskultur

Beim Neujahrsempfang der SPD Ostholstein im Winter 2006 brodelte es in der Festhalle der Ameos Klinik: Der damalige Sozialminister Franz Müntefering erläuterte 300 überraschten Gästen seine taufrischen Pläne zur Einführung der Rente mit 67. Neun Jahre später ging es an gleicher Stätte vergleichsweise beschaulich zu – für ein wenig Spannung sorgte allein das Thema Landratswahl.

Amtsinhaber Reinhard Sager war unter den knapp 100 Gästen der SPD und wurde vom Kreisvorsitzenden Lars Winter „in dieser besonderen Zeit“ betont freundlich begrüßt. Die SPD habe ja lange versucht, eine Gegenkandidatin aufzustellen, aber, so Winter mit halbwegs entschuldigendem Lächeln in Richtung Sager: „Das ist leider nicht gelungen.“

Anerkennende Worte hatte auch Burkhard Klinke, Chef der SPD-Fraktion im Kreistag, für Sager parat. Im Kreistag herrsche eine „faire Streitkultur“ vor, das Zusammenspiel von Verwaltung und Politik sei 2014 „sehr konstruktiv“ gewesen. Distanziert in Blick und Ton handelte er das Thema Landratswahl am 24. März ab. Auch er habe mit mehreren hochqualifizierten Bewerberinnen gesprochen, aber keine sei bereit gewesen, „sich zu outen“. Alle seien durch die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag abgeschreckt worden, wo die „Kooperationspartner“ CDU (24 Mandate) und Grüne (sieben Mandate) mit 31 von 59 Abgeordneten die Überhand hätten, wie Klinke vorrechnete.

Deshalb werde seine Fraktion die Vorstellung der Bewerber, die sich auf die Stellenausschreibung des Kreises gemeldet haben, am nächsten Dienstag im Hauptausschuss aufmerksam verfolgen. Im Rennen sind noch vier Kandidaten: Neben Reinhard Sager und dem FWG-Kreistagsabgeordneten Martin Kienitz wollen sich ein Jurist aus Nordrhein-Westfalen und ein Diplom-Geograf aus Thüringen zur Wahl stellen. Klinke kündigte an, an alle das „sozialdemokratische Profil“ für die Chefposition in der
Kreisverwaltung anzulegen und dann zu entscheiden, ob ein Kandidat sich noch einmal in der Fraktion vorstellen solle.

Übereinstimmend würdigten Winter und Klinke das Engagement vieler Bürger bei der Hilfe für Flüchtlinge. Landesweit beispielhaft sei die Initiative in Oldenburg, aus Volkshochschulkursen für Deutsch heraus einen Chor für Asylbewerber und Einheimische zu bilden. Dieser Chor erhielt viel Applaus. Serpil Middyatli, Sprecherin für Integration der SPD-Landtagsfraktion, sprach in ihrer Festrede von einer vorbildlichen Willkommenskultur in Ostholstein.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 15:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen