Sparkasse lockt neuen Vorsitzenden

Thomas Piehl (M.) wird mit Jahresbeginn 2019 Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein. Die Vorstände Joachim Wallmeroth (r.) und Michael Ringelhann (2. v. l.) und die Landräte Reinhard Sager (l.) und Dr. Henning Görtz empfingen Piehl zur Zweckverbandssitzung in Eutin. Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Lüdiger geht Ende Juni in den Ruhestand. Aus Termin- und Urlaubsgründen fehlte er.
Thomas Piehl (M.) wird mit Jahresbeginn 2019 Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein. Die Vorstände Joachim Wallmeroth (r.) und Michael Ringelhann (2. v. l.) und die Landräte Reinhard Sager (l.) und Dr. Henning Görtz empfingen Piehl zur Zweckverbandssitzung in Eutin. Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Lüdiger geht Ende Juni in den Ruhestand. Aus Termin- und Urlaubsgründen fehlte er.

Thomas Piehl wechselt Ende des Jahres nach Holstein / Noch bis Ende 2018 steht Piehl dem Vorstand der Sparkasse Lüneburg vor

shz.de von
25. Mai 2018, 00:58 Uhr

Der nächste Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein wird ab 1. Januar 2019 Thomas Piehl sein. Das haben der Verwaltungsrat der Sparkasse Holstein entschieden und der Zweckverband Mittwochabend in Eutin genehmigt. Weiterhin gehören dem Sparkassenvorstand Joachim Wallmeroth als stellvertretender Vorsitzender sowie Michael Ringelhann an.

„Wir freuen uns, mit Thomas Piehl einen erfahrenen und erfolgreichen Nachfolger für Dr. Martin Lüdiger gefunden zu haben“, so Dr. Henning Görtz, Vorsitzender des Verwaltungsrates und Verbandsvorsteher des Zweckverbandes. Dr. Martin Lüdiger geht zum 30. Juni nach 18 Jahren Vorstandsarbeit, davon zwölf Jahre als Vorsitzender des Vorstands, bei der Sparkasse in den Ruhestand. „Verwaltungsrat und Zweckverband danken Dr. Lüdiger schon jetzt für die vielen Jahre erfolgreicher Arbeit. Die Sparkasse Holstein ist extrem erfolgreich und die leistungsstärkste Sparkasse in Schleswig-Holstein. Sie ist auf einigen Feldern auch bundesweit ganz vorne, nicht zuletzt auch beim Engagement für die Region und dem nachhaltigen Wirken ihrer Stiftungen“, sagte Dr. Görtz. Diese Erfolgsgeschichte wolle das Haus nun mit Thomas Piehl, Joachim Wallmeroth und Michael Ringelhann fortschreiben.

Derzeit ist Piehl Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüneburg, die rund 2,7 Milliarden Euro Bilanzsumme und 524 Mitarbeiter hat. Dem dortigen Vorstand gehört der Diplom-Sparkassen-Betriebswirt seit 2010 an, seit 2016 ist er dessen Vorsitzender. Zuvor hatte er verschiedene Führungspositionen im Privat- und Firmenkundengeschäft der Hamburger Sparkasse inne. Thomas Piehl ist 56 Jahre alt, verheiratet, wohnt in Großhansdorf und hat zwei erwachsene Kinder.

Mittwochabend hatte der Zweckverband der Sparkasse dem Verwaltungsrats-Beschluss im Beisein Piehls zugestimmt. Dass Thomas Piehl sich für die Sparkasse Holstein entschieden hat, ist den Landräten Reinhard Sager (Ostholstein) und Dr. Henning Görtz (Stormarn) zuzuschreiben. Sie hätten den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Lüneburg vom Wechsel überzeugen können, sagte Sager. Piehl begründete seinen Entschluss mit seinem Interesse an der Region: „Die Sparkasse Holstein verkörpert meinen bevorzugten Lebensraum.“ Piehl, der seine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Hamburger Sparkasse (Haspa) machte und darauf aufbaute, glaubt an die Sparkassenidee, wie er sagte. „Mit ihr wolle er das Haus ins Jahr 2030 führen und den Menschen wieder näher kommen.“ Ein Mitglied fragte, ob er Filialschließungen ausschließe? Das wollte Piehl nicht garantieren, sagte aber: „Die Schließung von Filialen ist nicht das einzig Heilbringende.“ Wichtig sei, das Filialnetz bedarfsgerecht, angelehnt an Einzelhandelsstandorte zu gestalten. Eine reine Service-Filiale rechne sich nicht, vielleicht müsse man wieder mit Baufinanzierung und anderem in die Fläche. Der Befürchtung eines Mitglieds, als ländliche Region im Vergleich mit dem Hamburger Stadtrand das Nachsehen zu haben, entgegnete Piehl offensiv. Da erwarte er auch von den Kommunalpolitikern Unterstützung. „Wenn Menschen über 50 Prozent bei uns Geschäfte machen, erleichtert es das Thema.“

Die Konkurrenz durch die Hamburger Sparkasse hat Piehl im Blick. Angst macht sie ihm nicht: „Wir sind ein tolles Haus, haben etwas zu bieten.“ Doch es brauche intelligente Strategien die Sparkasse Holstein so zu positionieren, dass sie nicht kleiner werden müsse, weil die Haspa wachsen wolle. „Ich war bisher nicht auf
die Idee gekommen, in Hamburg Filialen zu eröffnen.“

Die Sparkasse Holstein weist eine Bilanzsumme von 6,2 Mrd. Euro aus und hat knapp 1000 Mitarbeiter.

Piehl steht, wie er sagte, für zehn Jahre zur Verfügung. Sein Vertrag läuft bis Ende 2023.

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