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Fachkräftemangel: : Spanische Pflegefachkräfte sind das Dana-„Erfolgsmodell“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine zufriedene Sozial-Staatssekretärin Anette Langner besuchte das Pflegeheim Am Kiebitzberg

Mit dem „Import“ hoch qualifizierter, spanischer Pflegefachkräfte hat die Dana-Senioreneinrichtungen in Deutschland Neuland im Kampf gegen den Fachkräftemangel beschritten. Etwas mehr als ein Jahr nach dem Eintreffen der ersten Spanier zeigte sich Schleswig-Holsteins Sozial-Staatssekretärin Anette Langner (SPD) kürzlich bei einem Besuch im Dana-Pflegeheim Am Kiebitzberg erfreut über ihre guten Kenntnisse der deutschen Sprache.

Dana-Geschäftsführer Dr. Yazid Shammout geht optimistisch noch weiter: er sieht in der hohen Qualifikation der jungen Spanier „ein großes Potential für eine neue Definition des Berufes der Pflegefachkräfte“. Seit vielen Jahren warnt er vor dem Fachkräftemangel in der Pflege. „Dabei ist das Problem in Schleswig-Holstein deutlich größer als in Niedersachsen“, weiß er.

So entwickelte Dana ein Konzept mit spanischen Pflegefachkräften und ging einen steinigen Weg. Nur durch beharrliche Intervention ist es gelungen, die zunächst hohen Sprachanforderungen der Behörden zur Anerkennung der ausländische Pflegefachkräfte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf einen dreimonatigen, berufsbezogenen Sprachkursus zu reduzieren. Der Erfolg: heute sind in den 13 Dana-Pflegeheimen 23 anerkannte Pflegefachkräfte aus Spanien tätig. „In Spanien bekamen wir keine Arbeit“, sagte die 24-jährige Beatriz Martinez Garcia. Bis auf das wechselhafte Wetter und das kalte Wasser der Ostsee sei es in Deutschland sehr gut.

„Die Kosten für die Ausbildung der Spanier hat Dana bisher komplett allein getragen“, sagte Shammout. Er wünscht sich von der Politik ein „Projekt zur Akquise ausländischer Pflegefachkräfte“ als finanzielle Unterstützung. Zusammen habe Dana bisher knapp 200 000 Euro unter anderem in Unterbringung, Deutsch-Unterricht und Taschengeld für die Spanier investiert.

Staatssekretärin Langner sieht die Sprachkompetenz als wichtigen Bestandteil für Pflegefachkräfte. „Sobald die Konstellation der neuen Bundesregierung feststeht, werden wir vom Land die Finanzierung der Ausbildung von Pflegefachkräften auf die Bundesebene transportieren“, versprach sie. Die Ausbildung in Pflegeberufen müsse durch eine Spezialisierung attraktiver gestaltet werden. Außerdem müsse das monatliche Schulgeld von 300 Euro wegfallen.

Anette Langner sieht erheblichen Reformbedarf in der Pflege durch die neue Bundesregierung. Einer von ihr vorgeschlagenen Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes über eine höhere Vergütung zu regeln, stehen offensichtlich die Pflegekassen entgegen. „Die wollen die Kosten niedrig halten“, sagte Shammout. Er kritisierte doppelte Kontrollen von den Heimaufsichten und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in den Einrichtungen, die viel Zeit der Mitarbeiter koste, die den Bewohnern wieder fehle.

Für Langner ist klar: „Kontrollen sind gut, sie müssen aber auch sinnvoll und praktikabel sein – überflüssige Kontrollen müssen abgebaut werden.“ Schleswig-Holstein wolle mit der Teilnahme an einem bundesweiten Projekt die Überregulierung reduzieren. Dennoch müsse an Prüfungen festgehalten werden, weil nicht alle Senioreneinrichtungen so vorbildlich geführt würden, wie die Dana Häuser.

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erstellt am 20.Okt.2013 | 19:57 Uhr

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