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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 22:09 Uhr

Später Jubel im Kieler Regen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schleswig-Holstein-Liga: Eutin 08 dreht 0:1-Rückstand bei Kilia Kiel mit Treffern in der 90. Minute und in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2016 | 14:01 Uhr

Kilia-Trainer Lars Dubau stand im Dauernieselregen einsam am Mittelkreis und schüttelte den Kopf. Seine Mannschaft hatte nach einem Treffer in der 77. Minute 1:0 geführt, ehe in der turbulenten Schlussphase Eutin 08 durch Sönke Meyer und Florian Stahl das Blatt wendete. „Das ist ärgerlich!“, sagte Dubau, der aber einräumte, dass die Eutiner verdient drei Punkte mitnahmen, die durch Danny Cornelius(68.), Kevin Wölk mit einem 18-Meter-Freistoß (70.) und Florian Sax (73.) in der zweiten Halbzeit dreimal Aluminium getroffen hatten.

Die Eutiner belohnten sich selbst für ihren Mut: Trainer Hans-Friedrich „Mecki“ Brunner hatte nach 65 Minuten Julian Brauer und Philip Nielsen aus- und dafür Florian Sax und Kevin Hübner eingewechselt, in der 74. Minute nahm er seinen Sohn Tim aus dem Spiel und brachte mit Fabio Parduhn einen weiteren Offensivspieler. Volles Risiko also.

Der Zustand des tiefen, unebenen Platzes bereitete dem Eutiner Trainer Mecki Brunner Sorgen. Und seine Skepsis bestätigte sich in den ersten 45 Minuten. Die Eutiner hatten große Mühe, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen, kamen nur selten zum Abschluss. Lediglich Christian Raves Aufsetzer aus 25 Metern bereitete dem Kieler Torwart Patrick Dahmen große Schwierigkeiten (8.). „Wir haben gesehen, wie es Mannschaften ergeht, die mit den Eutinern mitlaufen wollen“, sagte Lars Dubau. Er hatte seine Spieler nachdrücklich auf die Bruchlandungen des PSV Neumünster mit 0:6 oder des Preetzer TSV mit 1:6 hingewiesen. Sein Gegenkonzept: eine tief gestaffelte Abwehr. Für Entlastung sorgten wenige, aber nicht ungefährliche Konter, so stoppte Tim Brunner im allerletzten Moment mit einem Tackling Lukas Michaelis, der auf dem linken Flügel enteilt war (15.). Auf der anderen Seite ließ Torjäger Florian Stahl seine Klasse aufblitzen, als er einen hohen Ball annahm, sich um zwei Abwehrspieler herumwand und mit seinem Schuss aus der Drehung das Tor knapp verfehlte (38.). Philip Nielsen kam nach Stahl-Zuspiel zum Abschluss, doch der Ball wurde von Yannik Jakoubowski vor der Linie abgefangen (45.).

In den zweiten 45 Minuten lief das Spiel besser. Die Eutiner ließen sich nicht beeindrucken, spielten jetzt entschlossener, immer wieder von Danny Cornelius, Christian Rave und Kevin Wölk angetrieben, nach vorne, hatten durch Julian Brauer eine erste Möglichkeit, die jedoch zur Ecke abgewehrt wurde (51.). Cornelius setzte sich im Kilia-Strafraum durch, fackelte nicht lange, zog ansatzlos ab – und traf den rechten Pfosten (68.). Wölks Freistoß klatschte eine Minute später an den rechten Torgiebel. Florian Sax kam im Kieler 16-Meter-Raum an den Ball, schoss hart und flach – gegen den rechten Pfosten (73.). Mitten in die Eutiner Offensivaktionen fiel der Führungstreffer der Gastgeber (77.). Nach einem Eckball wurde Torhüter Fabian Oeser in der Luft bedrängt, entschloss sich zur Faustabwehr, der Ball landete bei Jakubowski, der aus der Drehung abzog und so das 1:0 markierte. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt.

Die Gäste bewahrten trotz des Rückstands die Übersicht, suchten ihre Chance, doch Stahls Schuss strich am rechten Pfosten vorbei (87.), die Uhr tickte unermüdlich weiter. Die Eutiner drängten Kilia zurück. In der 90. Minute gab es den ersten Teil der Belohnung, Danny Cornelius bediente Sökne Meyer, den schon lange nichts mehr im Abwehrzentrum hielt und der den Ball ins linke Eck schoss. Die Kieler waren frustriert. Es kam für die Gastgeber noch schlimmer: „Es gab keinen Grund, von unserer Dreierkette abzugehen“, sagte der Eutiner Kapitän Sönke Meyer. So machte Eutin 08 weiter Druck. Als Florian Stahl von der Strafraumgrenze mit der Pike abzog und der Ball zum Eutiner 2:1 ins rechte untere Eck zischte, kannte der Jubel bei den Gästen keine Grenzen mehr.

Doch Schiedsrichter Florian Burmester ließ weiterspielen. Kilia warf verzweifelt alles nach vorne, bekam noch einen Eckball und einen 20-Meter-Freistoß, der aber ein gutes Stück übers Tor ging. Das Spiel war entschieden. „Florian Stahl ist eben im entscheidenden Moment da“, sagte Mecki Brunner über seinen Torjäger, der jetzt nach 18 Punktspielen 20 Treffer auf dem Konto hat.

Am Sonnabend kommt es ab 14 Uhr zum Ostholsteinderby, wenn Eutin 08 mit Trainer Mecki Brunner den Oldenburger SV mit Andreas Brunner auf der Trainerbank erwartet. Das Hinspiel verfolgten zur Saisoneröffnung am 31. Juli 2015 mehr als 1600 zahlende Zuschauer.

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