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Ostholsteiner Anzeiger

22. September 2017 | 20:40 Uhr

Ostholstein : Sozialverband wächst und wächst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Kreisverband Ostholstein hat seinen Vorstand um Werner Bürger einstimmig für eine weitere vierjährige Amtszeit bestätigt

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 15:32 Uhr

Das Ergebnis fiel einstimmig aus: 54 Delegierte aus Ostholsteins 18 Ortsverbänden haben Werner Bürger am Sonnabendvormittag im Klosterkrug nach vier Jahren im Amt für eine weitere Wahlperiode als Kreisvorsitzenden des Sozialverbands Deutschland bestätigt. Ebenso erhielten alle weiteren Vorstandsmitglieder ein einstimmiges Votum. Verstärkung bekommen sie zukünftig durch die neuen Beisitzer und Vorsitzenden ihrer Ortsverbände Carsten Lübke (Fehmarn) und Manfred Mohr (Bad Schwartau).

Die Berichte des Vorsitzenden und der Kreisgeschäftsführerin Alexandra Böttge vielen durchweg positiv aus – zumindest was die Entwicklung des Sozialverbandes angeht: Seit 2010 stieg die Zahl der Mitglieder um gut ein Fünftel auf jetzt 3748. Damit einhergehend stieg auch die Anzahl der Beratungen um mehr als 40 Prozent auf 921 im vergangenen Jahr. Insgesamt gab es 3300 persönliche Beratungen.

Der Erfolg bei den Mitgliederzahlen spiegelt nach Auffassung Böttges jedoch die zunehmende Überforderung der Mitglieder bei der Antragstellung aufgrund der immer komplizierter werdender sozialrechtlicher Rahmenbedingungen wieder. Die juristischen und formalen Ansprüche seien allein nicht mehr zu bewältigen. Dazu passten auch die einleitenden Worte des Kreisvorsitzenden: „Wir kümmern uns. Gemeinsam statt einsam.“

Beherrschende Themen bei den Beratungen seien Probleme mit der Rentenversicherung und der Anerkennung von Schwerbehinderungen, sagte Böttge. In 730 Fällen seien Widersprüche gegen Bescheide eingereicht worden, von denen durchschnittlich ein Drittel erfolgreich war. Das Solidaritätsprinzip machte auch Schatzmeister Waldemar Hering in seinem Bericht deutlich. 87 Prozent der Einnahmen des Kreisverbandes stammten aus Mitgliedsbeiträgen. Der gleiche Prozentsatz werde auf der Ausgabenseite für die Beratung der Mitglieder durch die Kreisgeschäftsstelle aufgewandt. Für seine 20-jährige Arbeit im Vorstand, auch als „Organisator“, erhielt Hering zum Dank einen Präsentkorb.

Landesvorsitzender Sven Picker ging sowohl auf die Zukunft der Renten als auch der Pflege ein. In der Rentenfrage dürften sich die Generationen nicht gegeneinander ausspielen lassen. Sowohl die Rentner hätten ein Recht darauf, eine Rente zu erhalten, für die sie Leistungen erbracht hätten, als auch die nächste Generation, die auf ein funktionierendes Rentensystem vertrauen müsse. „Jung und Alt stehen in der Rentenfrage zusammen.“ Ebenso stehe der Sozialverband Deutschland hinter der Pflegereform, mit der erstmals das Schulgeld für die Pflegeberufe abgeschafft werde. Mit der Zahlung von Ausbildungsvergütungen erfahre die in der Pflege erbrachte Leistung endlich auch die nötige Anerkennung.

Diese Entwicklung sei das Ergebnis eines langen Kampfes, aber: „Wer nicht kämpft hat schon verloren.“ Das gelte auch für die Forderung nach mehr Menschlichkeit in der Pflege. Mit der Fallpauschale habe sich in den Kliniken das Verhältnis von Ärzten zu Pflegekräften zu Lasten der Patienten hin zu immer mehr Ärzten im OP verschoben. Menschlichkeit gehe dabei verloren. Im Umgang mit Menschen im Krankenhaus spiegle sich die heutige Gesellschaft. Der Kreis Ostholstein zeige sein Bekenntnis zur sozialen Verantwortung mit der Errichtung der drei Pflegestützpunkte in Eutin, Oldenburg und Bad Schwartau, sagte die stellvertretende Kreispräsidentin Bärbel Seehusen.

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