Sozialverband Malente droht trotz guter Mitgliederzahl das Aus

Im Vorstand des Sozialverbands Malente aktiv: Anne-Dore Brandt.
Im Vorstand des Sozialverbands Malente aktiv: Anne-Dore Brandt.

Dem Sozialverband in Malente droht die Auflösung: Niemand will den Vorsitz des Ortsverbands übernehmen.

shz.de von
07. Februar 2018, 09:35 Uhr

Dem Sozialverband in Malente droht die Auflösung. Niemand will den Vorsitz des Ortsverbands übernehmen, wie Schriftführerin Anne-Dore Brandt unserer Zeitung gestern sagte. Der Ortsverband hat seine Mitglieder deshalb zu einer außerordentlichen Versammlung am Dienstag, 13. Februar, um 15 Uhr ins Awo-Haus, Kellerseestraße 22, eingeladen.

Die fehlende Bereitschaft liege nicht an der Mitgliederzahl, sagt Brandt. Die sei mit derzeit 196 Mitgliedern im Vergleich zu den Vorjahren (2013: 132 Mitglieder, 2015: 163) gestiegen. Am Verbandsinteresse oder dem Altersdurchschnitt liege es ebenso wenig. Die Altersspanne reiche von einem Lebensjahr bis zu 97 Jahren.

„60 bis 70 Anrufe habe ich geführt, um jemanden zu finden, der wieder die Spitze einnimmt“, sagt Brandt. Doch niemand wolle für mehrere Jahre ein Amt verantworten.

An der Hilfsbereitschaft der Mitglieder liege es nicht, für zeitlich begrenzte Aktionen setzten sie sich gerne ein, aber für eine dauerhafte Verpflichtung könne sich niemand erwärmen. Bei einigen seien es gesundheitliche Gründe, bei anderen berufliche, oder die Kinder oder auch Enkelkinder, denen die freie Zeit gewidmet werde, berichtete Brandt. Wieder andere fühlten sich dem Amt einfach nicht gewachsen.

Gegen Ende des vergangenen Jahres waren sowohl der Vorsitzende als auch dessen Stellvertreterin in einem Abstand von wenigen Wochen von ihren Ämtern zurückgetreten. Bei beiden seien gesundheitliche Gründen ausschlaggebend gewesen, erklärt die Schriftführerin.

Die vielen Anrufe der 74-Jährigen ergaben kurzfristig einen Teilerfolg. Ein Vorstandsmitglied hatte Bereitschaft geäußert, den stellvertretenden Vorsitz zu übernehmen. Mittlerweile ist die Person sich sicher, dass ihr das eine Amt, dass sie bereits innehabe genüge, wie sie uns gestern telefonisch erklärte. Eine zweite Aufgabe wolle sie nicht übernehmen.

„Wenn wir keine Kandidaten finden, müssen wir uns tatsächlich auflösen“, sagt Brandt bedauernd. Eine Fusion mit einem der benachbarten Ortsvereine in Eutin oder Plön hält sie für möglich, sei im Ortsverband aber nicht wirklich ein Thema. Viele der älteren Mitglieder würden sich wohl keinem anderen Verband mehr anschließen, vermutete Brandt. Sie selbst wolle, wenn es tatsächlich zur Auflösung kommen sollte, dem Sozialverband treu bleiben, doch für Veranstaltungen werde auch sie nicht bis nach Eutin fahren.

Der Ortsverband hatte auf Hilfe seitens des Kreisverbands gehofft, doch das sehe die Satzung nicht vor, wie Guido Bauer vom Landesverband erklärte. Bleibt die einzige Hoffnung: Jemand fasst sich ein Herz und lässt sich für eines der Ämter aufstellen und wählen. Das könne auch jemand sein, der noch nicht Mitglied sei, sagte Brandt.

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