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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 00:07 Uhr

Sozialneid darf nicht dominieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer zahlt denen eigentlich die Kita-Gebühren, wer den Bus zur Schule? In der Infoveranstaltung dominierte die Suche nach den eigenen Nachteilen gegenüber den Flüchtlingen – „die kriegen alles und der normale Bürger muss dafür hart arbeiten“. Ja, es gibt diese ungleichen Behandlungen und ja, das ist nicht in Ordnung. Aber der Sozialneid, den es auch unter Deutschen gibt, darf den Blick für die Menschlichkeit nicht trüben.

Es kommen Familien aus Kriegsgebieten in ein Land, deren Hoffnungen dieses Land nicht erfüllen können wird, weil die Herausforderungen an dieses Land immens sind. Die anfangs lautstark propagierte Willkommenskultur wird vielerorts schon gar nicht mehr in den Mund genommen, weil Kommunen nicht mehr wissen, wohin mit all den „Willkommenen“. Es gibt Orte, die selbstverständlich besser für die Integration geeignet sind, als kleine Gemeinden ohne Busanbindung, Institutionen und Betreuung vor Ort. Aber – und das müssen auch die Mönchneversdorfer verstehen – diese Orte waren schon am Rand ihrer Belastungsgrenze, bevor überhaupt einer an die Unterbringung im Ferienpark gedacht hat. Es wird noch viel kleinere Gemeinden treffen, die noch ungeeigneter sind. Und wenn es kommt, wie gewünscht, dann sind die Flüchtlinge ja bald wieder weg – in einem Haus in einer größeren Gemeinde – „bloß nicht bei uns“. Noch ist Zeit, etwas für einen besseren Ruf zu tun. Das Fingerspitzengefühl der Amtsinhaber vorausgesetzt.

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erstellt am 08.Okt.2015 | 15:43 Uhr

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