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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 20:50 Uhr

Sorgen um sicheren Weg zur Turnhalle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Diskussion im Rathaus / Schulrektor kritisiert Einschätzung von Polizei und Kreis

Der Grundsatzbeschluss ist längst gefasst: Die neue Turnhalle für die Wisser-Schule soll auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs errichtet werden. Doch die Frage, wie sicher der Weg dahin für die Schüler sein wird, sorgt anhaltend für Diskussionen – und stellt aus Sicht der SPD jetzt sogar die Standort-Entscheidung wieder in Zweifel.

Dem Schulausschuss lagen am Dienstag zwei amtliche Stellungnahmen vor, nach denen Besorgnisse über den Weg entlang der Elisabethstraße eigentlich fehl am Platze sein müssten. Sowohl die Polizei als auch die Verkehrsaufsicht des Kreises gaben nach einem Ortstermin im September Entwarnung: „Nach Abstimmung mit den Vertretern der Polizeidirektion Lübeck ist der Weg von der Wilhelm-Wisser-Schule zum geplanten Standort der neuen Sporthalle als unproblematisch anzusehen. Auch jetzt gehen zu Schulschlusszeiten bereits täglich größere Schülergruppen ohne Schwierigkeiten entlang der Elisabethstraße Richtung Bahnhof.“ Unterfüttert wurde diese Verneinung von akuten Gefahrensituationen mit Hinweisen auf die Breite des Gehweges, die Begleitung durch eine Lehrkraft und mögliche Sicherungsmaßnahmen beim Zugang zur künftigen Turnhalle von der Albert-Mahlstedt-Straße.

Diese amtliche Einschätzung wollte Wisser-Rektor Sven Ulmer überhaupt nicht teilen. Er zensierte sie als „schlampige Expertisen“ und bemängelte, dass darin weder Länge noch Breite der Wege exakt vermessen worden, dafür aber viele subjektive Urteile eingeflossen seien. Demgegenüber rechnete er den Stadtvertretern vor, wieviel Raum drei Klassen jeweils zeitgleich auf dem Weg zum und vom Turnen an der Elisabethstraße künftig einnehmen würden – und zu welchen Gefahrensituationen es auf dem Bürgersteig im Begegnungsverkehr auch mit anderen Passanten kommen könnte.

Sein Appell: „Handeln Sie mit Hand und Kopf für eine funktionierende Schule!“ Damit die Turnhalle am Bahnhof sicher erreichbar sei, müsse entweder der Weg am Bahndamm entlang führen, notfalls mit Enteignung von Gärten dort, oder zu Unterrichtszeiten Tempo 30 auf der Elisabethstraße gelten.

Von Enteignungen wollte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz nichts wissen: „Das würde doch Jahre dauern.“ Die Schule brauche aber schnell eine moderne Sporthalle, deswegen sei auch die Frage des sicheren Weges dahin nicht auf die lange Bank zu schieben – eine Mahnung, die auch Christiane Balzer (Grüne) erhob. Marion Zabel (FDP) wollte am Standort-Beschluss nicht mehr gerüttelt sehen, während Katja Behrends den für die SPD
aus Gründen der Schulweg-Sicherung deutlich für nicht mehr haltbar erklärte.

Die Verwaltung wurde dann einstimmig beauftragt, mögliche Maßnahmen zur Schulwegsicherung zu prüfen. Dabei soll der Hinweis von Schulrat Manfred Meyer berücksichtigt werden, dass Aspekte der Inklusion bei der Gestaltung des Schulalltages beachtet werden sollen. Was konkret auch die Abwägung bedeuten könnte: Wie zumutbar ist ein knapp 500 Meter langer Weg zur Turnhalle für Rollstuhlfahrer?

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erstellt am 29.Okt.2014 | 12:49 Uhr

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