Neudorf : Sorge um die Silhouette der Stadt

Bedrohte Stadtansicht? So wie auf diesem alten Foto erschien dem  Reisenden die Stadt aus Richtung Südwesten vor mehr als 100 Jahren. Foto: archiv bgm
Bedrohte Stadtansicht? So wie auf diesem alten Foto erschien dem Reisenden die Stadt aus Richtung Südwesten vor mehr als 100 Jahren. Foto: archiv bgm

Die Bürgergemeinschaft warnt vor dem Bau eines Werbeturmes in Neudorf. Der Stadtentwicklungsausschuss berät heute Abend.

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03. Februar 2011, 10:35 Uhr

eutin-neudorf | Der Antrag des "famila"-Marktes in Neudorf auf Bau eines 15 Meter hohen Werbepylonen beschäftigt erneut den Ausschuss für Stadtentwicklung, der heute Abend um 18 Uhr im städtischen Bauamt tagt. Eine erste Beratung am 2. Dezember war ohne Abstimmung geblieben (wir berichteten), heute soll ein Vertreter des Unternehmens erläutern, was sich hinter den Gedanken für den Bau des Werbeturmes verbirgt.

Lautstarke Bedenken hat gestern bereits die Bürgergemeinschaft Eutin geäußert: "Kaum jemand mag sich vorstellen, wie stark die Silhouette der Stadt durch so eine Werbeanlage dominiert werden kann", betont Sprecherin Regine Jepp. Die "Skyline" Eutins werde von Kirche, Wasserturm und Johann-Heinrich-Voß-Gymnasium beherrscht, es drohe ihr ein weiteres Attribut. Ob dadurch wirklich mehr Kunden nach Neudorf gezogen würden, sei fraglich. Unstreitig dürfte hingegen eine erhebliche Störung der Ästhetik der Landschaft sein.

Jepp mahnt: Ein Ausschuss für Stadtentwicklung, der seinem Namen gerecht werden wolle, müsse auf seine gebaute Umwelt Rücksicht nehmen und behutsam auf eine Weiterentwicklung achten. Leider habe es das städtische Bauamt versäumt, den ehrenamtlichen Vertretern eine klare Absage dieses Vorhabens zu empfehlen.

Trotzdem sei der Verein davon überzeugt, dass dieses Projekt nicht genehmigt werden sollte. Egal, ob Rosen, Schloss- oder Kulturstadt Eutin: Werbeanlagen, die ein riesiges "Outletcenter" vermuten ließen, sollten dort bleiben, wo sie keinen optischen Schaden anrichten können.

"Unsere Stadtansicht, die über Jahrhunderte Kupferstecher, Maler und Fotografen fasziniert hat, wird schleichend in einer völlig unakzeptablen Weise verändert, die der städtischen Identität nicht entspricht", warnt Jepp.

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