Sorge um die Bundeswehrsoldaten an der syrischen Grenze

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28. Juli 2015, 18:09 Uhr

Die Bundeswehr hat nach dem Anschlag der Terrormiliz IS im türkischen Suruc vor gut einer Woche einen schärferen Schutz für ihre 260 Soldaten angeordnet, die im türkischen Grenzgebiet zu Syrien stationiert sind. Unter ihnen sind 30 Soldaten des Flugabwehrraketen-Geschwaders Husum. Welche Sicherheitsvorkehrungen ergriffen wurden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nicht. Nur so viel: „Es gibt Auflagen, was Verhaltensweisen, Bekleidung und Ausgang betrifft.“

Der Vorsitzende des Reservistenverbandes und CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hatte nach türkischen Angriffen auf kurdische PKK-Lager die Sorge geäußert, dass PKK-Kämpfer aus Vergeltung auch Nato-Einheiten in der Türkei attackieren könnten. Daher müsse die Bundeswehr prüfen, „ob nicht mehr für die Eigensicherung getan werden muss“.

Ex-Nato-General Harald Kujat forderte ebenso wie die Linkspartei ein Ende des Einsatzes. Einen Anschlag auf deutsche Soldaten könne „niemand ausschließen, die Bundesregierung schon gar nicht“, warnte Kujat. Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (MdB) ist dagegen gelassener: „Die deutschen Soldaten sind in einer türkischen Kaserne untergebracht und damit so gut gesichert wie die türkischen Soldaten“, sagte er unserer Zeitung. Seit Dezember 2012 sollen Bundeswehrsoldaten mit „Patriot“-Systemen die Türkei vor syrischen Raketenangriffen schützen. Bisher gab es jedoch keine.

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