Eutin : „Sopriano“ konzertiert für beeinträchtigte Menschen

Die Künstler musizierten eine Stunde.
Die Künstler musizierten eine Stunde.

In Eutin trat das Duo Sopriano mit der Sopranistin Camilla Ostermann und dem Pianisten Augustinas Eidukonis auf.

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05. Juli 2019, 14:34 Uhr

Eutin/Lübeck | Der Ausnahmegeiger Yehudi Menuhin hat etwas ins Leben gerufen, was nun auch bis nach Eutin schwappte: „Live-Music Now“ (LMN) war in der Werkstatt von „Den Ostholsteinern“ zu Gast. Zwei junge Künstler des Lübecker Vereins traten vor Menschen auf, die selten in den Genuss eines solchen Musikereignisses kommen. Und das ist genau das, was Yehudi Menuhin wollte, als er LMN 1977 in Großbritannien gründete.

Von seiner Idee profitieren beide Seiten: Die oft gesellschaftlich benachteiligten Zuhörer können - vielleicht zum ersten Mal - die positive, heilende Kraft live gespielter Musik erleben. Die jungen Künstler machen im Gegenzug eine wichtige Erfahrung auf dem Weg zu menschlicher und künstlerischer Reife. Im Rahmen des Projektes musizieren die Stipendiaten nämlich in Krankenhäusern, Altenheimen, Waisenhäusern, Gefängnissen und anderen sozialen Einrichtungen.

In Eutin trat das Duo Sopriano mit der Berliner Sopranistin Camilla Ostermann und dem Letten Augustinas Eidukonis am Klavier im Saal der Werkstatt für beeinträchtigte Menschen auf. Eine so entspannte Atmosphäre, so viel laut geäußertes Entzücken, so viele Rollstühle haben die beiden jungen Talente sicher selten bei einem Konzert erlebt.

Die Musiker haben vor der Aufnahme in den Verein einen Kurzlehrgang absolviert, der sie auf mögliche andere Konzertsituationen vorbereitete. Die Stückeauswahl war auf Publikum und Bedingungen abgestimmt, das Duo hatte eher eingängige Stücke und das eine oder andere zum Mitsingen ausgewählt, wie den Schlager „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ und melodische Lieder. Die Künstler hatten sich sommerlich konzertant gekleidet.

Mehrere Zugaben als Folge des lang anhaltenden Applauses zeigten, wie gut das Konzert bei den teils mehrfach schwerstbehinderten Menschen ankam.

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