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Sonntagsöffnung als Investition für die Zukunft?

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Selten war die Stimmung so verschieden in der Kaufmannschaft. Zahlreiche Inhaber – besonders von Mode- und Bekleidungsgeschäften – reagieren nach der anfänglichen Vorfreude auf den erwarteten Besucheransturm gut sieben Wochen nach Eröffnung der Landesgartenschau deutlich ernüchtert.

„Es ist zwar mehr los in der Stadt, aber verschwitzt probiert kein Kunde neue Sachen an“, sagt Silke Lenz von Piconaja für Damen. Sie habe es fast so befürchtet, doch die Hoffnungen waren andere. Nachbarin Regine Mix von Cable Car Clothiers war anfangs angetan: „Die Wochenenden mit den Brückentagen liefen wirklich gut, aber mittlerweile lohnt sich das eigentlich nicht mehr.“ Doch aufgrund der eher mäßig bis schlechten Sonntage eine Entscheidung für künftige treffen zu können, hält Mix für schwierig. „Wir machen das wetterabhängig und ob Aktionen in der Stadt geboten werden.“

Gerade Händler, die allein ein Geschäft betreiben oder maximal ein bis zwei Aushilfen haben, wollen künftig nur zu den WVE-Terminen öffnen. Weingeist-Inhaber Stefan Knorr kann das gut verstehen, aber: „Wir haben uns vorgenommen, das eine Weile durchzuhalten. Ich sehe das als Investition in die Zukunft. Wenn die Menschen merken, was wir für eine nette Stadt haben, merken sie sich Eutin bestenfalls für den nächsten Tagesausflug vor.“ Ähnlich sieht das Familie Aldrup vom gleichnamigen Schuhladen: „Wir müssen doch den Kunden das Angebot machen und nicht erst warten, bis sie vor der verschlossenen Tür stehen, um dann aufzuschließen.“ Ihre Wahrnehmung: „Es sind zwar gelegentlich mehr Menschen in der Stadt, aber gerade an den Wochenenden fällt auf, dass die Eutiner fehlen.“ Ob die Parkgebühren ein Grund dafür sind, vermag kein WVE-Mitglied zu sagen. Der WVE-Vorsitzende Klaus Hoth hält es aber nicht für ausgeschlossen, nochmal an die Stadt heranzutreten und über die Parkregelung zu sprechen, sollte es die WVE-Mehrheit wünschen.

Zur Erinnerung: Die Diskussion über die Parkraumbewirtschaftung war zum Jahreswechsel von der WVE angestoßen worden, da auf Wunsch ansässiger Kaufleute Dauerparker am Stadtgraben vertrieben werden sollten. Während der LGS sollten die Besucher der Schau nicht mit den Kunden der Stadt konkurrieren. Sollte die erst im Frühjahr umgesetzte Entscheidung geändert werden, braucht es nach Antrag der WVE einen neuen Entschluss der Stadtvertretung.

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erstellt am 16.Jun.2016 | 00:05 Uhr

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