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Ostholsteiner Anzeiger

18. November 2017 | 20:44 Uhr

Eutin : Soll Ehrenmal versetzt werden?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgergemeinschaft schlägt Alarm: Ohne Beratung in städtischen Gremien werde an einer Verlegung der Ehrensäule gearbeitet.

von
erstellt am 26.Jun.2015 | 18:00 Uhr

Das Ehrenmal auf dem alten Markt soll versetzt werden. Das fürchtet Regine Jepp, Vorsitzende der Bürgergemeinschaft (BGE) Eutin. Bisher sei das Thema nur in Arbeitskreisen angesprochen worden, doch jetzt werden anscheinend ernsthaft an einer Versetzung gearbeitet.

Die Anregung zur Ortsveränderung für das Denkmal hatte die Planungsgruppe „Baumgart + Partner“ (BPW) gegeben, die die Stadt bei dem „freiraum- und verkehrsplanerischen Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung von Teilbereichen der historischen Innenstadt“ beraten hatte. „Bei der öffentlichen Diskussion gab es Bürgerstimmen, die sich dafür, aber auch zahlreiche, die sich vehement gegen eine Veränderung des authentischen Standortes dieses Ehrenmals aussprachen“, erinnert Regine Jepp. Sie hat Signale empfangen, dass eine Versetzung des Ehrenmals in das Vorfeld des Rathauses „administrativ bereits in Angriff genommen“ werde, ohne dass die städtischen Gremien intensiv darüber beraten hätten.

Die 1875 aufgestellte Ehrensäule sei mit Spendengeldern aus der Eutiner Bevölkerung finanziert worden. Sie erinnere an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges aus Eutin und dem Umland. Ursprünglich dienten ein schmiedeeisernes Gitter und vier Kandelaber als Begrenzung. Jepp: „Bis zum Aufstellen des Ehrenmals stand an dieser Stelle die Marktpumpe, die stark frequentiert worden ist.“ Die Eutiner hätten damals ein großes Opfer gebracht, denn das Wasser habe fortan von weiter entfernten Brunnen geholt werden müssen. Eine zentrale Wasserversorgung bekam Eutin erst 1908.

In Verbindung mit einem Sängerfest wurde 1910 das Umfeld mit einer kleinen Gartenanlage mit zwei Wasserbecken ergänzt. Wenig später wurden Bänke, Fontänen und Hochstammrosen beigefügt. Regine Jepp: „Viele ältere Eutiner erinnern sich an die frühere charmante Gestaltung. Diese Anordnung hatte bis zur früheren Stadtsanierung von 1979 Bestand. Zu dieser Zeit wurde das Umfeld des Ehrenmals in die heutige kleine schlichte Anlage umgestaltet.“

Die soll, wie Jepp weiß, nun von ihrem authentischen Platz etwa 20 Meter in Richtung Rathaus wandern und damit in den Schatten des Gebäudes kommen. Zwischen Rathaustreppe und Denkmal lägen etwa acht Meter, zwischen Bebauung an der Nordseite zu Füßen der Stadtkirche und Denkmal etwa 70 Meter, dazwischen in der Platzmitte „eine gähnende Leere“.

In einem ausführlichen Informationsgespräch der BGE hätten sich auch Mitglieder des Friedenskreises Eutin erstaunt und erschrocken geäußert. Es fehle eine Begründung, warum das Denkmal an den Rand geschoben werden solle, und irgendwann werde es vielleicht als so störend empfunden, dass es ganz verschwinden müsse, lautete ein Argument.

Bürgergemeinschaft und Friedenskreis plädieren für eine Beibehaltung des Standortes, als sichtbare und nicht zu übersehende Erinnerungen an Kriege und die Menschenleben, die sie kosteten. Und es entspreche dem Konzept einer mittelalterlichen Stadtanlage mit dem Platz in der Mitte als Marktplatz.

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