Plön : Solarleuchten für Bujumbura

Christine Petersen
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Christine Petersen

Die Lehrer Christine Petersen und Wilfried Ollenburg vom Berufsbildungszentrum Plön setzten eine Idee um.

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06. April 2011, 11:07 Uhr

Plön | Was für die Menschen in den westlichen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, klingt für viele Länder in Afrika heute als Illusion. Nur wenige afrikanische Länder verfügen über flächendeckende elektrische Energie, so auch das Land Burundi.

So machten sich zwei Lehrer des Berufsbildungszentrums Plön nach Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi auf, um auf dem Hintergrund einer Schulpartnerschaft die Schule des dortigen Berufsbildungszentrums mit der Fertigung von Solarlampen vertraut zu machen. Die Initiativgruppe aus der Außenstelle Preetz des BBZ Plön in der Kieler Straße, die seit 2008 besteht, hat mit dem CFP Bujumbura im März 2008 einen Partnerschaftsvertrag geschlossen. Im Rahmen dieses Partnerschaftsvertrages wurde im Bereich der beruflichen Bildung Fachkräfteaustausch, Weiterbildung von Fachkräften und deutsche Unterstützung für die berufsbildende Einrichtung in Burundi angestrebt.

Das Solarleuchten-Projekt wird gefördert aus Einnahmen der Umweltlotterie "Bingo". Nach einer gründlichen Vorbereitung und ausgiebigen E-Mail-Kontakten zwischen beiden Schulen reisten Anfang März Christine Petersen und Wilfried Ollenburg vom BBZ Plön nach Bujumbura, um dort ihr Projekt, die Fertigung einer Solarleuchte mit einfachem Handwerkszeug, vorzustellen. Das Projekt sollte präsentiert und diskutiert werden, Lehrkräfte und Schüler zum Bau der Solarleuchten angeleitet, sowie Bedarf und Vertrieb der Solarleuchten untersucht werden.

Während sich Christine Petersen um die finanziellen und Vertriebsstrukturen kümmerte, wies Wilfried Ollenburg die Lehrkräfte der dortigen Schule in die Theorie und praktische Fertigung der Solarlampen ein. Zur praktischen Fertigung wurden dann auch die Schüler hinzugezogen, so dass in der kurzen Zeit des Aufenthalts zehn Lampen gebrauchsfertig gebaut werden konnten.

Jede Lampe hat eine vergleichbare Leistung von 37 Watt und wird über zwölf Akkus von je 1,2 Volt gespeist. Aufgeladen werden die Akkus mit einem Zwölf-Volt-Solarmodul. Dieser Ausgangssatz von zehn Solarlampen soll jetzt als Demonstrationsobjekt und zur Markterforschung in zehn Haushalten dienen. Für die beiden Lehrkräfte vom BBZ Plön war es eine Genugtuung, festzustellen, dass das Projekt mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Obwohl noch nicht im Verkauf, hätten schon einige Lampen ihre potenziellen Käufer gefunden.

Bujumbura hat etwa 540 000 Einwohner. Die Stadt selbst ist nur zu 23 Prozent elektrifiziert und lebt mit dem Problem der ständigen Stromausfälle. Die häusliche Beleuchtung außerhalb der Stadt wird nur mit Kerzen und Petroleumlampen gemeistert. Das Projekt wird innerhalb der Partnerschaft fortgeführt. Im Mai besuchen zwei Lehrkräfte des CFP Bujumbura die Außenstelle Preetz, um sich über die schulischen Verhältnisse hier zu informieren und den Unterricht mit den Schülern des AVJ kennen zu lernen.

Dabei sollen weitere 50 Solarlampen angefertigt werden. Im September wird Wilfried Ollenburg mit Begleitung dann noch einmal für zwei bis drei Wochen nach Bujumbura fliegen, um die restlichen der etwa 500 Lampen des Projektes mit den Lehrern und Schülern für den dortigen Vertrieb zu fertigen.

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