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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 22:53 Uhr

Eutin : Sohlgleite wird im Herbst gebaut

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kosten von 1,1 Millionen Euro kommen aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Wasserwanderer müsse Boote weiterhin selbst tragen.

Eutin | Die Landesgartenschau in Eutin wird um eine Attraktion reicher: Bis zur Eröffnung im April 2016 soll nun auch die seit 2007 geplante große Sohlgleite an der Neumühle in Fissau fertiggestellt sein. Mit dem Beginn der zwei- bis dreimonatigen Bauarbeiten rechnet André Stoffer, Ingenieur beim Wasser- und Bodenverband Schwentine, im Herbst. Bis April wird das derzeit laufende Baugenehmigungsverfahren abgeschlossen sein, so seine Einschätzung.

Die etwa 200 Meter lange Sohlgleite mit Hochwasserentlastung wird in Neumühle einen Höhenunterschied der Schwentine von über zwei Meter ausgleichen. Heute werden die Pläne im städtischen Bauausschuss vorgestellt. Das Positive für die Stadt: Die 1,1 Millionen Euro umfassende Baumaßnahme erfordert kein städtisches Geld. „Es kommt zu 100 Prozent aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die bis 2027 für eine bessere Durchgängigkeit der Gewässer sorgen soll“, sagte André Stoffer. Es werde eine Ausschreibung in zwei Losen (Erde und Beton) geben, die von hiesigen Firmen erledigt werden können.

Die Machbarkeitsstudie hat belegt, dass mit der Sohlgleite wird ein guter ökologischer Zustand der Schwentine erreicht werden kann. Die Durchgängigkeit ist auf dem Weg zum guten ökologischen Zustand wesentliches Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Dafür müssen Wanderhindernisse entfernt oder passierbar umgestaltet werden. Das Hindernis ist aktuell noch das Stauwehr in Neumühle.

Für den regelmäßigen Abfluss der Schwentine sorgen derzeit noch die Staurechtsinhaber Olaf und Marlies Malzahn. Sie betreiben dort eine Wasserwirbelstrombremse, mit der sie Wärme für das eigene Haus gewinnen. Das Staurecht haben die Eheleute ans Land zurückgegeben. Das Wasserkraftwerk wird mit dem Bau der Sohlgleite abgeschaltet. Die Schwentine wird mit Ende der Bauarbeiten nicht mehr unter der Neumühle durchführen sondern nur im neuen Umgehungsgerinne.

Großes Thema der vergangenen Monate waren allerdings die Folgekosten der Unterhaltung der Sohl-gleite. Stoffer: „Es gibt mittlerweile eine Vereinbarung mit dem Land, dass es im Falle eines Falles eintritt.“ Auch für den Wasser- und Bodenverband werde es keine Folgekosten geben – lediglich in der Gewässer-Unterhaltung der Sohlgleite. Geplant sei hier eine Teilung der Kosten von rund 1000 Euro im Jahr mit der Stadt Eutin. André Stoffer: „Die Zustimmung hat der Bürgermeister schon in einem Gespräch signalisiert.“

Doch es gibt auch schlechte Nachrichten. Wassersportler, die die Schwentine von Eutin aus mit Kanus oder Kajaks befahren, werden ihre Wasserfahrzeuge auch weiterhin umtragen müssen. Das ist eine Kostenfrage. Ein so genannter Borstenpass für Wasserwanderer, wie an der Sohlgleite Spitzenort bei Plön, ist viel zu teuer.

Doch: „Wer seine Wasserwanderung von Boote Keusen aus startet, der darf sich sogar auf einen neuen Steg freuen“, sagte André Stoffer. Der bisherige Steg unterhalb von Neumühle werde erneuert und angepasst.

In den vergangenen Jahren sind im Verlauf der Schwentine ab Kasseedorfer Mühlenteich viele Hindernisse durch den Einbau von Sohlgleiten beseitigt worden: an der Gremsmühle in Bad Malente sowie an der Ölmühle und in Spitzenort in Plön sind Barrieren verschwunden. Damit haben nicht nur touristisch wichtige Wasserwanderer, sondern auch Fische freie Bahnen bekommen.

 



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erstellt am 11.Mär.2015 | 11:00 Uhr

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