Sohlgleite – Entscheidung steht an

Der Plan für die große Lösung liegt in der Schublade.
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Der Plan für die große Lösung liegt in der Schublade.

Eckhard Kuberski vom Landesamt für Küstenschutz, Naturparks und Meeresschutz ist für Eutin-Neumühle guter Hoffnung

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11. Juni 2014, 18:40 Uhr

Seit einer Machbarkeitsstudie von 2007 laufen in Eutin und Kiel die Bemühungen um eine Lösung des Schwentineverlaufs an der Neumühle in Fissau. Gibt es eine große Sohlgleite oder nur ein kleines Umgehungsgerinne? Jetzt scheint helles Licht am Ende des bisher so langen Tunnels. Eckhard Kuberski, Fachbereichsleiter im Landesamt für Küstenschutz, Naturparks und Meeresschutz (LKN), kündigte im OHA-Gespräch eine Entscheidung „auf jeden Fall noch in diesem Jahr an“.

Die Machbarkeitsstudie belegt: Mit der geplanten Sohl-gleite wird ein guter ökologischer Zustand der Schwentine erreicht. Die Durchgängigkeit ist auf dem Weg zum guten ökologischen Zustand wesentliches Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Dafür müssten Wanderhindernisse entfernt oder passierbar umgestaltet werden.

Das soll in Neumühle passieren: auf einer Länge von 400 Metern kann durch die Sohlgleite ein Höhenunterschied von zwei Meter ausgeglichen werden. Das EU-vollfinanzierte Bauwerk soll für die Durchgängigkeit der Schwentine von der Quelle durch die Seen bis in die Kieler Förde sorgen. Davon profitieren Wasserwanderer und Fische. Das EU-Förderprogramm läuft bis 2027.

In den vergangenen Jahren sind im Verlauf der Schwentine ab Kasseedorfer Mühlenteich viele Hindernisse durch den Einbau von Sohlgleiten beseitigt worden: an der Gremsmühle in Bad Malente sowie an der Ölmühle und in Spitzenort in Plön sind Barrieren verschwunden. Damit haben nicht nur touristisch wichtige Wasserwanderer, sondern auch Fische freie Bahnen bekommen.

Das ist auch an der Neumühle das Ziel. Nur der Weg dahin ist steinig. „Die Planung ist fertig, liegt aber noch nicht zur Genehmigung vor“, sagte André Stoffer, Ingenieur beim Wasser- und Bodenverband Schwentine. Die Kosten für die Sohlgleite mit einer Hochwasserentlastung liegen nach seinen Worten aktuell bei rund 1,1 Millionen Euro, die von der EU finanziert werden könnten. Doch es geht derzeit an runden Tischen um die Folgekosten, die der Diplom-Ingenieur für die nächsten 30 Jahre mit rund 400 000 Euro angesetzt hat. Kosten, auf denen der Wasser- und Bodenverband Schwentine sitzen bleibe, weil das Land sie nicht übernehme. Kosten, die er aber ohne Erhöhung der Abgaben nicht tragen kann.

Für den regelmäßigen Abfluss der Schwentine sorgen derzeit noch die Staurechtsinhaber Olaf und Marlies Malzahn. Sie regulieren gewissenhaft die Wasserstände in den Seen. Zudem haben sie eine so genannte Wasserwirbelstrombremse, mit der sie Wärme für das eigene Haus gewinnen. Darauf und auf das Staurecht würden sie aber lieber heute als morgen verzichten.

„Wir sind aktuell noch bei der Kosten-Nutzen-Betrachtung“, sagte Eckhard Kuberski dem OHA. Bei der großen Lösung müsse Malzahn das Staurecht abgekauft werden. Bei der kleinen Lösung könnte er seine Wirbelstrombremse weiterhin nutzen. Doch, so Kuberski, die Folgekosten können nicht aus dem EU-Geld finanziert werden: „Das gibt die Richtlinie nicht her.“ So werde eine große Lösung weiterhin aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft.














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