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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 20:28 Uhr

So kann Eutin gestaltet werden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Planer stellt Entwürfe für die Innenstadt dem Stadtentwicklungsausschuss vor / Politik trifft Entscheidung ohne Bürgeranhörung

„Altes bewahren, ist häufig besser, als nur etwas Neues zu machen, um dem ganzen ein neues Gesicht zu geben.“ Dieses Zitat von Heinz Lange (FWE) am Ende einer knapp zweistündigen Diskussion mit dem Planer Philip Haggeney von RMP im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss verdeutlicht, wie schwer es Auswärtigen fällt, den Eutinern Ideen für Veränderungen ihrer Stadt zu unterbreiten.

Im Zentrum der Diskussion stand neben zahlreichen Plädoyers für den Erhalt des Ehrenmals am jetzigen Standort (wir berichteten), die Gestaltung von der Peterstraße zum Markt bis hin zum Rosengarten sowie Anbindung der Twieten. Vorschlag des Planers: Bäume, Lampen, Papierkörbe, Bänke und Fahrradbügel sollen in der Peterstraße – anders als heute – nur auf der LMK-Seite stehen, um die gegenüberliegende Fläche komplett frei – auch barrierefrei – zu haben. Die Straßenfläche wird mit größerem Naturstein gepflastert, wobei hier die alten Katzenköpfe verwendet, abgesägt und geflammt werden sollen. „In Bereichen, in denen die Steine nicht reichen, bestellen wir Naturstein geflammt“, sagte Haggeney. Die Fußwege rechts und links sind mit kleinförmigerem Klinker. Zur besseren Sichtbarkeit der Durchgänge Richtung Stadtgraben und Berliner Platz schlägt Haggeney vor, die Wege-Pflasterung in der Straßenmitte mit dem Natursteinpflaster zu unterbrechen und zusätzlich die Pflasterung der Durchgänge ein Stück weit in den Fußweg der Peterstraße zu ziehen.

Den Marktplatz will der Planer für eine entsprechende Platzwirkung mit Bäumen umrahmen, ebenso den Klinker der Fußwege als Rahmung nutzen. Der Platz selbst soll mit Naturstein gepflastert werden, bestenfalls sogar im Niveau angeglichen werden. Derzeit steigt der Platz zur Mitte leicht an. „Doch die Kosten dafür sind derzeit nicht in den Planungen enthalten“, sagte Haggeney. Neben den sichtbaren Pflasterunterschieden soll es eine taktile Führung für Sehbehinderte geben, die auf Wunsch der Ausschussmitglieder auch von den Wegen zum Marktplatz durchgezogen wird – anders als das Pflaster (siehe Bild). Einige hatten, wie Ausschussvorsitzender Heiko Godow (CDU), ein Problem mit dem abrupten Ende des gelb markierten Natursteinfplasters. Karlheinz Jepp (SPD) fügte hinzu: „Wir stellen unsere schönen historischen Fassaden mit Bäumen zu.“ Diese, so versuchte Haggeney zu verdeutlichen, werden in den Ausmaßen nicht größer, als die vorhandenen Zieräpfel, die derzeit schon auf dem Markt stehen. Einzige Abweichung zum Plan (Bild): Die drei Bäume vor dem Brauhaus sollen weiter in die Mitte gerückt werden, um den Gang in Richtung Kirche und zur Twiete sichtbarer zu gestalten; ein Baum vor dem Witwenpalais soll weg. Das Baumband soll dann vom Markt ausgehend in der Königstraße und in der Straße Am Rosengarten auf der linken Seite fortgeführt werden.Voraussetzung für die Ausschussmitglieder: „Die Bäume dürfen Wege und Durchgänge wie beispielsweise zum Kino und zum Stadtgraben nicht versperren. Für die beiden geschenkten Skulpturen – die Geldsäcke und die Steine vor dem Witwenpalais – müssen laut Verwaltung andere Orte gefunden werden. Der Stadtentwicklungsausschuss will in seiner nächsten Sitzung am 9. März eine Empfehlung für den Bauausschuss beschließen, der am 10. März – nachdem das Gremuim den Planer selbst nochmal zum Thema gehört hat, die Entwurfsplanung freigeben will.

Kritik hagelte es nach dieser Feststellung vom Grünen-Fraktionsvorsitzenden Eike Diller, der bemerkte: „Wann gab es denn die Bürgeranhörung, die uns bei der Ablehnung unseres Bürgerbegehrens in der Stadtvertretersitzung versprochen wurde?“ Bauamtsleiter Bernd Rubelt dazu: „Es war ein Vorschlag von uns als Verwaltung. Wenn Politik das möchte, muss sie uns auch beauftragen und es beschließen.“

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erstellt am 04.Mär.2016 | 10:49 Uhr

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