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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 09:02 Uhr

„So habt Ihr Kirche noch nicht erlebt“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Peter Barz, neuer Propst im Kirchenkreis Ostholstein, macht die Gartenschau zu seinem ersten Projekt / Einführungsgottesdienst am Sonntag

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 13:59 Uhr

Er ist der neue Chef von rund 850 hauptamtliche Mitarbeitern darunter mehr als 70 Pastoren, mehreren Tausend ehrenamtliche Mitarbeiter und rund 116 000
Gemeindegliedern in 36 Kirchengemeinden: Peter Barz (Foto), seit 1. November als neuer Propst im Kirchenkreis Ostholstein im Dienst, wird am kommenden Sonntag, 9. November, in einem Gottesdienst in der St.-Michaelis-Kirche von Bischof Gothart Magaard in sein Amt eingeführt.

„Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich hier noch gar nicht angestellt war“, sagt der 56-Jährige nach ersten Treffen mit Mitarbeitern in Ostholstein. Für einen repräsentativen Querschnitt des Kreises hatte sich Barz in Gleschendorf – einem ländlichen Umfeld – in Timmendorfer Strand – einer touristischen Hochburg – und in Stockelsdorf – mit urbanem Umfeld – mit Kita-Leitern und verschiedenen anderen kirchlichen Berufsgruppen getroffen. „Es geht darum, sich einzufinden. Und es ist wichtig zu sehen, mit wem wir es zu tun haben“, sagte Barz. Angst vor möglichen Auseinandersetzungen, vor Konflikten habe er nicht. „Konflikte bieten Potenzial zur Weiterentwicklung“, sagt Barz, der noch zwischen seinem jetzigen Wohnort Bordesholm und Eutin pendelt. Das solle sich aber bald ändern, so Barz. Aber noch werde am Propst-Haus in der Wasserstraße gearbeitet.

2016 wird der Garten des Hauses Teil der Landesgartenschau (LGS), die Barz zu einem seiner ersten großen Projekte seiner Amtszeit erklärt hat. Die Gemeinde möchte der Propst in die LGS einbinden. Noch gebe es zwar keine konkreten Pläne, aber Barz hat erste Ideen – wie einen Themenweg zum Psalm 23 („Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser“) passend zum Generalthema der LGS: Wasser. So könnte sich Barz eine Ruheherberge für die Besucher vorstellen, einen Pavillon am See, einen Weidentunnel sowie Lesungen und Musik auf der Kleinkunstbühne. Ebenso sollte die Gemeinde die große LGS-Bühne für Aktionen nutzen, so Barz. Ziel sei es, „mit Menschen in Kontakt zu kommen, die sonst nicht so viel Kontakt zur Kirche haben“, sagt Barz und will das Ganze dem Motto sehen: „So habt Ihr Kirche noch nicht erlebt.“

Peter Barz ist Nachfolger von Matthias Wiechmann, der am 31. Oktober nach gut 21 Jahren als Eutiner Propst in den Ruhestand ging. Am 25. Juni hatte die Kirchenkreissynode Barz zum Propst für den Kirchenkreis Ostholstein mit Sitz in Eutin gewählt. Er wird Kollege von Propst Dirk Süssenbach, der seit 1. August diesen Jahres die zweite Propststelle Ostholsteins in Neustadt ausfüllt und sich vorrangig um die Verwaltung kümmert. Die Trennung der Amtsgeschäfte komme Barz sehr entgegen. „Wir merken schon jetzt, dass das gut miteinander geht“, sagt Barz über die Zusammenarbeit mit Süssenbach. In der Kirchengemeinde Eutin nimmt Peter Barz außerdem zu 25 Prozent eine Gemeindepfarrstelle wahr.

Der Gottesdienst für den neuen Propst in der St.-Michaelis-Kirche beginnt am Sonntag um 16 Uhr. Es wird zugleich auch Barz‘ Einstand sein. Die Predigt dafür hat er bereits im Kopf. Sie entstehen und verändern sich durch die Gespräche mit anderen Menschen, sagt Barz. Aber so viel sei verraten: In Anbetracht des Datums 9. November wird Barz auf den Mauerfall und die Pogromnacht eingehen, verriet der Propst. Einzelne Abschnitte der Predigt werden durch Musik begleitet – von einem Gospelduo, einem Posaunenchor und vom Berliner Saxofonisten Mike Segal. Letzterer bringt Jazz-Elemente in die Predigt ein – und genau für diese Musikrichtung schlägt Barz‘ Herz.

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