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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 08:47 Uhr

Malente : Skateboards aus alten Lattenrosten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In Kiel nahmen Auewiesen-Schüler am Projekt „KlimaKunstSchule“ für Nachhaltigkeit teil. Jetzt wollen sie selbst in Malente aktiv werden

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 20:00 Uhr

Wie können ungenutzte Flächen und Räume wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden? Und wie können ausgediente Materialien durch Recycling wieder sinnvoll genutzt werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich derzeit Neunt- und Zehntklässler der Schule an den Auewiesen. Bevor sie in ihrem Heimatort nach Antworten suchen, haben 16 Schüler in Kiel an dem Projekt „KlimaKunstSchule“ teilgenommen. „Unsere Schule wurde für dieses Projekt ausgewählt, da wir uns bereits seit einigen Jahren fächerübergreifend mit dem Thema regenerative Energien und Nachhaltigkeit im Rahmen eines europäischen Austausches beschäftigen“, erklärte Christine Duggen, Kunstlehrerin an der Malenter Gemeinschaftsschule.

Die Kieler „Stadterforscherin“ Silja Timm erkundete mit der Malenter Schülergruppe Kieler „GeheimRadsecken“. Dabei handelt es sich um eine ungewöhnliche Radtour, die das Projekt „KlimaKunstSchule“ auf die Beine gestellt hat. Die jungen Malenter erfuhren so viel Wissenswertes über nachhaltige Projekte in der Landeshauptstadt und nahmen selbst an drei Kunstperformances im öffentlichen Raum teil.

In der „Alten Mu“, dem ehemaligen Gebäude der Muthesius Kunsthochschule, in dem sich bereits 26 Projekte – meist zum Thema Nachhaltigkeit – angesiedelt haben, wurden den Schülern etwa die Komposttoiletten („Goldeimer“) und das Projekt „Skateboards aus alten Lattenrosten“ vorgestellt. Keine Frage, welches Projekt bei den Schülern mehr Begeisterung hervorrief.

Die Firma „Textilrecycling“ an der Fleethörn war die nächste Station. Hier entstand vor den aufmerksamen Zuschauern eine Dokumententasche aus einer alten Schulwandkarte Europas – vielleicht sogar aus einer alten Karte der Schule an den Auewiesen, denn die Schule hatte ihre alten Karten zuvor gespendet.

Vor dem Opernhaus bekam die Schülergruppe eine „Reste-Picknick“ vom Projekt „Food Sharing“. „Unglaublich“, dass die Croissants und die belegten Brötchen ansonsten auf dem Abfall gelandet wären, fanden die Schüler. Den Bienenvölkern des „Kieler Honigs“, des ersten Projekts der „Alten Mu“ an mehreren Standorten im Stadtgebiet, statteten die Schüler ebenfalls einen Besuch ab. Blütennektar für drei Bienenvölker, mitten in der Stadt? Da staunten die Schüler vom Land nicht schlecht.

Drei nachhaltige Kunstperformances unterstützten die Tagesaktivität. Aus Ton und Blumensamen formten die Schüler „Seed Bombs“ – Samenbomben, die sie während der Fahrt auf brachliegende Flächen warfen. Im Frühjahr blühen hier vielleicht viele Blumen. Der leider nicht mehr mit Wasser befüllte „Mondspiegel“ unter der Gablenzbrücke wurde durch Kreidemalereien in vielen Farben verschönert. So wurde die sonst ungenutzte Fläche zu einem Kunstobjekt aus bunten Linien nach dem Motto: „Malente hinterlässt Spuren.“ Den Abschluss bildete eine Beamer-Kinovorstellung in einer Fahrradunterführung. Silja Timm hatte sogar an Popcorn gedacht.

Die Jugendlichen werden jetzt in Malente auf Entdeckungstour gehen. Sie hoffen, auch in ihrem Heimatort Initiatoren nachhaltiger Projekte kennenzulernen, und sie wollen selbst Ideen entwickeln. Lehrerin Christine Duggen kann sich etwa vorstellen, dass leerstehende Geschäftsräume für eine Tauschbörse genutzt werden. >Wer eine Projektidee hat oder ein Projekt ins Leben rufen will, kann sich unter Telefon 04523/9891-0 im Sekretariat der Schule an den Auewiesen melden.

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