Sitzhocker zur Hilfestellung

Mit dem Sitzhocker kann Barbara Kathe den Schießsport ausüben – und das mit beachtlichem Erfolg.
Mit dem Sitzhocker kann Barbara Kathe den Schießsport ausüben – und das mit beachtlichem Erfolg.

Barbara Kathe übernimmt trotz körperlicher Behinderung in der B-Klasse der Luftgewehr-Auflage die Führung in der Einzelwertung

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29. November 2018, 21:15 Uhr

Einen Beweis dafür, dass trotz körperlicher Einschränkung bei Interesse sportliches Luftgewehr-Auflageschießen schnell erlernt werden kann, liefert die 51 Jahre alte Barbara Kathe in der B-Klasse Ostholstein. Seit dem elften Lebensjahr muss die frühere Fachangestellte der Bundesanstalt für Arbeit nach schwerer Erkrankung schon als junges Mädchen nach Amputation mit nur einem Bein durchs Leben gehen. Da ihr Mann Bernd seit 2015 in Hohenfelde selbst Auflageschütze ist und beide vom Norddeutschen Schützenbund den Tipp bekamen, dass sie mit der Hilfe des Landestrainers Ingolf Falkenberg mit einem Sitzhocker den Schießsport ausüben kann. Und es ging für beide gut los. Gleich bei ihrem ersten Wettkampfauftritt erreichte sie den ersten Platz mit 312,7 Ringen.

„Ich habe durch Bernd den Anstoß erhalten, mit ihm in Malente eine sportliche Herausforderung zu versuchen. Dass ich mit seinem alten Gewehr nach wenigen Wochen Training gleich so gut schießen würde, hatte ich nicht zu träumen gewagt“, sagt die Rentnerin, die trotz Bewegungseinschränkung in ihrem Garten wirkt und Handarbeiten mag. Vom SV Malente ist sie begeistert: „Schon beim ersten Coaching durch Ingolf Falkenberg spürte ich, dass die Chemie stimmte. Schnell habe ich seine Tipps angenommen“, lobt sie und gibt den Hinweis an Seniorinnen und Senioren, dass gerade für Rentner und Pensionäre Schießsport ein gutes Hobby sei. Nebenbei betätigt sie sich in ihrer Wohngemeinde als ehrenamtliche „Behördenlotsin“. „Wenn jemand etwas rechtlich nicht aufzuklären vermag oder Anträge nicht ausfüllen kann, biete ich einfach meine Hilfe an.“

Zurück zum ersten Einsatz der sportlichen Neulinge. Ihr Mann, der mit 309,5 Ringen und Rang elf zufrieden sein musste, bildet mit der Zweitplatzierten Heidi Langenfeld mit 311,8 das Team Malente II, das unter zwölf auf 930,4 kam und vor dem SV Großenbrode I mit 926,4 und dem Schützenbund Glasau-Sarau mit 925,6 die Spitze übernahm. Dran bleibt Großenbrode II mit 924,8, schon zurück die Eutiner Sportschützen mit 918,4 Zählern.

„Die Einzelwertung wird sicher noch durcheinandergeraten“, sagt Barbara Kathe überzeugt. „Ab Rang drei folgen die drei Großenbroder Wolfgang Wagner mit 311,8, Christel Gülck mit 311,7 und Rolf Kollenberg mit 311,5 Ringen.“ Aber selbst Jutta Jürgensen, die jetzt für den SB Glasau-Sarau startet, mit 311,1 Ringen, die Lensahnerin Ulrike Evers mit 311,0 und Volker Berg von den Schwentineschützen Kasseedorf mit 310,9 Ringen können nach der zweiten Runde im Januar schon oben stehen, denn das Feld liegt auch in der Einzelwertung dicht zusammen.

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