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Sinneswandel: SPD will Haus des Gastes nicht mehr abreißen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Antrag für gemeinsame Sitzung von Bauausschuss und Ausschuss für Stadtentwicklung / Sozialdemokraten möchten einen „Ort der Begegnung“ erhalten

Bislang war die Front in der Eutiner Stadtvertretung, die hinter dem Abrissbeschluss für das Haus des Gastes stand, geschlossen. Damit ist es seit heute vorbei: „Die SPD-Fraktion in der Eutiner Stadtvertretung stellt für den Bauausschuss heute den Antrag, den Abrissbeschluss für das Haus des Gastes aufzuheben. Ferner beantragt sie, die Kosten für eine mittelfristige einfache Sanierung zu ermitteln.“ Das ließen Uwe Tewes, Vorsitzender des SPD-Ortsvereines, und Karlheinz Jepp als Vertreter der Fraktion gestern verlauten.

Zu diesem Sinneswandel habe nicht nur der öffentlich vorgetragene Protest geführt, heißt es in der Pressemitteilung, wobei die Fair-Trade-Initiative oder „die Gruppe um Herrn Stücker“ erwähnt werden, sondern auch parteiinterne Stimmen. Vorstand und Fraktion sähen sich veranlasst, die Entscheidung für einen Abriss des Hauses in diesem Herbst noch einmal zu überdenken.

Bei genauer Betrachtung gehe die Rechnung, dass die Abrisskosten von der Städtebauförderung hoch subventioniert würden, nicht auf. „Ein freigeräumtes Grundstück trägt ja noch keinen Wert in sich.“

Die Aufstellung von Pagodenzelten und das Bereithalten von mobilen Toiletten zur Landesgartenschau werde ebenfalls Geld kosten. Die notwendige Ertüchtigung der sanitären Anlagen im Haus des Gastes erfordere auch Geld. Aber es bleibe die Frage, was nach der Landesgartenschau komme.

„Wenn auch das Haus des Gastes nur bedingt als Gaststätte taugt, lässt sich dort zumindest im Sommer ein gastronomischer Betrieb aufrechterhalten. Vielleicht ergeben Verhandlungen, dass der derzeitige Betreiber auch mittelfristig Interesse hat, zu investieren.“

Das Argument, das Grundstück solle für einen möglichen Hotelinvestor vorbereitet werden, um
ein Hotel anzusiedeln, greift nach Überzeugung der Sozialdemokraten nicht: „Wenn ernsthaft jemand über so viel Geld verfügt, um an dieser Stelle ein Hotel zu verwirklichen, dann bringt er auch genügend Fantasie mit, um sich vorzustellen, wie dieser Standort ohne Bebauung aussieht.“

Außerdem sei zu berücksichtigen, dass das Gebäude mit einem Preis des Bundes Deutscher Architekten ausgezeichnet worden sei und zu den erhaltenswerten Bauzeugnissen seiner Zeit gehöre. „Der Zustand des Gebäudes ist nach Aussagen von Fachleuten relativ gut, lediglich die Anbauten, die später hinzugefügt wurden, sind abgängig. Nutzen wir die Chance, im Haus des Gastes einen Ort der Begegnung von Eutinern für Eutiner zu erhalten.“

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erstellt am 02.Sep.2014 | 11:58 Uhr

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