Sieversdorf feierte sein Jubiläum

Zeigte ursprüngliche Handarbeit: Bei Schaustellerin Doris Kautz konnten die Kinder das Filzen lernen.
Zeigte ursprüngliche Handarbeit: Bei Schaustellerin Doris Kautz konnten die Kinder das Filzen lernen.

Die Enthüllung des Gedenksteins und zahlreiche Aktionen für die großen und kleinen Gäste waren Höhepunkte der 800-Jahr-Feier

shz.de von
18. Juli 2015, 22:13 Uhr

Die Sieversdorfer haben es zur 800-Jahr-Feier ihres Dorfes mit einem Feuerwerk, einer Zeitreise durch acht Jahrhunderte mit Spiel, Spaß und ganz viel Musik „so richtig krachen lassen“– ganz so, wie es der mitorganisierende Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, Jörg Friederichsen, vorausgesagt hatte. Bei bester Stimmung und einer lockeren Atmosphäre eröffnete Dorfvorsteher Frank Osterkamp am Sonnabendvormittag den offiziellen Part am Feuerwehrgerätehaus.

Seine Begrüßungsliste war lang. Denn nicht nur die Sieversdorfer, sondern auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Nachbarorten ließen es sich nicht nehmen, zu gratulieren. Vor allem drei Bürger hob Osterkamp hervor: Brunhilde und Fritz Gräbener, die seit Kurzem Neu-Sieversdorfer sind, sowie den jüngsten Nachwuchs des Ortes, den fünf Wochen alten Mats Gradert. „Mit der immer höheren Lebenserwartung, könnte Mats es schaffen, auch die 900-Jahr-Feier zu erleben“, rechnete Osterkamp hoch. Er wünsche sich, dass das dörfliche Miteinander auch in der Zukunft so bliebe.

Der Dorfvorsteher bedauerte die Absagen von Politikperönlichkeiten von Bundespräsident Joachim Gauck, bis Ministerpräsident Torsten Albig. Das wiederum freute den Kreistagspräsidenten Ulrich Rüder, der mit einem Augenzwinkern bemerkte, dass er sonst erst viel später an der Reihe gewesen wäre. An die Sieversdorfer gewandt, betonte Rüder: „Sie alle tragen dazu bei, dass die Lebensqualität hier stimmt.“

Vor allem im ländlichen Raum zeige sich, wie wichtig der Zusammenhalt in der Bevölkerung sei, beispielsweise in Krisensituationen, im Rahmen der Nachbarschaftshilfe und des ehrenamtlichen Engagements, führte der Kreistagspräsident aus. Und durch das Modellprojekt „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ würden auch für die Kinder und Jugendlichen die Zukunftsweichen gestellt werden. Zudem sorge die Dörfergemeinschaftsschule dafür, dass junge Familien zum Wohnen eine reizvolle Perspektive sehen. „In Sieversdorf kann man einfach gut leben“, resümmierte Rüder.

Malentes Bürgermeister Michael Koch lobte: „Sieversdorf gibt seinen Bürgerinnen und Bürgern ein Heimatgefühl. Wer hier lebt, fühlt sich wohl.“ In seiner fast 20-jährigen Amtszeit habe er immer wieder festgestellt, dass Sieversdorf durch viele Aktivitäten der Freiwillige Feuerwehr, dem Verschönerungsverein und dem Dorfvorstand es schaffe, ein „Wir-Gefühl“ entstehen zu lassen. Das trage dazu bei, dass trotz ständiger Herausforderungen die Einwohner bereit seien, ihren Ort zu fördern, zu bewahren und zu entwickeln.
In diesen Wochen würde in vielen Dörfern der Gemeinde die urkundliche Ersterwähnung vor 800 Jahren gefeiert werden, deren Feste von Ehrenamtlichen organisiert werden, führte Koch weiter aus. Auch Malente fand vor 800 Jahren erstmalig Erwähnung. Nachdem Bürgervorsteher Rainer Geerdts beim Jubiläum in Benz feststellte, das Malente sich bisher noch keiner Gedanken um ein Fest gemacht habe, sorgte Koch für beste Stimmung, als er konterte: „Töv man ab, Rainer. Die Organisation übernimmt das Rathaus, und vielleicht brauche ich Dich als Festausschuss-Vorsitzenden.“

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