Siedlungshäuser verschwinden

Die Häuser von 1938 an der Seestraße waren die ersten, die die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) nach ihrer Gründung errichtete.
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Die Häuser von 1938 an der Seestraße waren die ersten, die die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) nach ihrer Gründung errichtete.

Vor einer Woche begann der Abriss von drei Siedlungshäusern in Neudorf / Für 5,7 Millionen Euro baut die „Wobau“ dort neu

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16. Februar 2018, 13:20 Uhr

Fenster und Fensterrahmen sind ausgebaut, Türen herausgenommen, Fensterläden abmontiert, die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) in Eutin-Neudorf hat an der Seestraße mit dem Abriss ihrer ersten alten Siedlungshäuser begonnen. Auf dem 3059 Quadratmeter großen Grundstück werden Gebäude mit Zwei- und Dreizimmerwohnungen für insgesamt 5,7 Millionen Euro entstehen. Das Ausschreibungsverfahren laufe, sagte Geschäftsführer Fabian Weist gestern dem OHA.

Statt der bisher 15 Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt 800 Quadratmetern wird es im Herbst kommenden Jahres 30 Wohnungen mit 2055 Quadratmetern geben. Neun von ihnen werden mit einer Kaltmiete von 5,60 Euro je Quadratmeter der Mietpreisbindung unterliegen. Für sie erhält Weist zufolge die Stadt Eutin das Belegungsrecht. Die Auswahl der ersten Mieter treffe allerdings die Wobau, der sozialen Struktur wegen. Weist: „Wir wollen alle Gesellschaftsgruppen ansprechen“. Die anderen 21 Wohnungen sollen für acht bis neun Euro kalt je Quadratmeter zu mieten sein.

Seit einer Woche lösen Mitarbeiter des Unternehmens Holz, Metall und anderes Material vom Klinker, trennen und sammeln es. Sind die Elemente ’raus, werden Wände und Dächer vom Bagger eingerissen.

Mitte März will Weist die eingereichten Angebote von Baufirmen mit dem Architekten und anderen öffnen, sodass Ende März bereits die Vergabegespräche mit den Firmen geführt werden können. Für Anfang Mai rechnet Weist mit dem Start der Hochbauarbeiten.

Zwei Gebäude erhielten drei Geschosse plus Staffelgeschoss. Sie würden vollständig barrierefrei. Das dritte werde zweistöckig mit Staffelgeschoss und einem barrierefreien Erdgeschoss. Weist rechnet spätestens im Oktober 2019 mit der Fertigstellung.

Dem Immobilien-Ökonom ist es wichtig, bei der Gestaltung der neuen Häuser an Elemente der alten zu erinnern. Dunkle Klinkersteine rechts oder links der großen Fenster werden die früheren Fensterläden nachbilden, oberhalb soll senkrechter Klinker an die früher typischen Stürze über Fenstern und Türen erinnern.

Hinter den Häusern sind Carports vorgesehen mit der Zufahrt von der Michaelisstraße aus, gegenüber der Kleingärten. Bäume wie einen Walnussbaum am Rand des Grundstücks will Weist erhalten. Zwei Linden haben der Bauzufahrt weichen müssen, würden aber ersetzt werden, versicherte Weist.

1938 habe die „Wobau“ vier Monate nach seiner Gründung den ersten Spatenstich (Seestraße 1) gefeiert, wie Weist alten Unterlagen entnahm. Heute dauere eine Planung drei Jahre.

Mittelfristig will das Unternehmen auch die gegenüberliegenden Siedlungshäuser an der Michaelisstraße durch moderne Wohnhäuser ersetzen.

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