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Kasseedorf : Sieben Zentner Karpfen aus dem Mühlenteich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das traditionellen Abfischen des Teiches lockte Sonnabend wieder Hunderte nach Kasseedorf

von
erstellt am 22.Nov.2014 | 19:33 Uhr

Auf sieben Zentner schätzt Günter Maaß, der beim Abfischen in Kasseedorf am Sonnabend die Kasse verwaltete, die Menge Fisch, die in diesem Jahr an der Schulscheune über den Ladentisch ging. Lange bevor am Sonnabend um 10 Uhr das Wehr am Mühlenteich von Pächter Oliver Lemke geöffnet wurde, standen die ersten Feinschmecker vor dem Feuerwehrhaus Schlange. Einige von ihnen kommen schon seit Jahren extra aus Grömitz oder Travemünde. Sie lieben den Fisch, der ohne zufüttern heranwächst.

Es dauerte keine zwei Stunden, bis Karpfen und Hechte verkauft waren. Schleie gingen den Männern um Oliver Lembke, der zusammen mit seinen Brüdern Ingo und Christian die Fische unterhalb des Wehrs sortierte, kaum ins Netz. Nur eine Handvoll gelangte zum Verkauf.

Umso besser stand es um die Karpfen. Unter zwei Kilo war kein Exemplar. Der größte, den Bürgermeisterin Regina Voß auf die Waage legte, brachte es auf knapp fünf Kilo Lebendgewicht. Dabei konnte jeder Käufer „seinen“ Fisch selbst wählen.

Mit der Zeit entwickelten Karl Witt und Jens-Uwe Kloth ein Auge und eine sichere Hand bei der Auswahl der richtigen Größe. Oft lagen sie weniger als 200 Gramm daneben. „Abschneiden können wir leider nichts“, scherzte Witt, wenn die Kunden einen Fisch von exakt 2,4 Kilogramm verlangten.

Auf dem Weg in Topf oder Pfanne gingen fast alle Karpfen durch die Hände von Martin Ausborn, Siegfried Stoll und Peter Kock. Die drei töteten die Fische fachgerecht, nahmen sie aus und portionierten sie nach den Wünschen der Käufer. Ein Service, der gerne angenommen wurde, aber ein zweites Mal Schlange stehen bedeutete. Gedränge herrschte wie alle Jahre auch an der Straße oberhalb des Wehres zur Schwentine. Zahlreiche Zuschauer beobachteten, wie unten die Käscher aus dem brodelnden Wasser gehoben wurden. Die Stiele bogen sich unter dem Gewicht des golden schimmernden Inhalts. Viele Kinder nutzen die Gelegenheit die Teichbewohner einmal genauestens zu betrachten. Zum ersten Mal veranstaltete die Jugendfeuerwehr der Gemeinde Kasseedorf parallel zum Abfischen einen Adventsbasar in der Schulscheune. Neben weihnachtlichem Schmuck und Spezialitäten von Imker und Fleischer gab es Brötchen, Waffeln, Fliederbeersuppe sowie Kaffee und Kuchen, die zugunsten der Jugendwehr verkauft wurden. Eine deftige Erbsensuppe hatte nebenan die Kyffhäuser-Kameradschaft im Angebot.


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