Eutin : Sieben Zentner frischer Fisch

Prall gefüllt waren die Käscher, mit denen  die Ernte  an Land gehoben wurde. Foto: Marc Dobkowitz
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Prall gefüllt waren die Käscher, mit denen die Ernte an Land gehoben wurde. Foto: Marc Dobkowitz

Traditioneller Termin in Kasseedorf: Das Abfischen der Karpfen aus dem Mühlenteich. Der neue Mühlenbesitzer ließ auch wieder Publikum zu.

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21. November 2011, 11:04 Uhr

Kasseedorf | Oliver Lembke ist mit dem Ergebnis des Abfischens in Kasseedorf zufrieden: Die Trockenheit der vergangenen vier Wochen habe keine Probleme bereitet. Die von der Gemeinde eingesetzten Karpfen hätten sich prächtig entwickelt und mit vier bis fünf Kilo genau das richtige Verkaufsgewicht gehabt. Als Fischereipächter beaufsichtigte Lembke am Sonnabend das Abfischen am Wehr des Mühlenteiches. Der Kilopreis für den begehrten Frischfisch blieb mit 5,70 Euro unverändert.

Dies war aber nicht der einzige Grund für die langen Schlangen, die sich zeitweise vor den Fischbecken in der Fahrzeughalle des Bauhofes bildeten. Die Qualität der Karpfen, Hechte und Schleie hat sich über die Jahre herumgesprochen. Aus Grömitz und sogar Travemünde kommen Fischkäufer. "Ich werde regelmäßig angerufen und nach dem Termin fürs Abfischen gefragt", sagt Günter Maaß, der seit vielen Jahren die Kasse führt. Noch vor dem Verkaufsstart standen die ersten an, um gleich vier oder fünf Karpfen mitzunehmen.

Siegfried Stoll, zusammen mit Oliver Lembke Pächter des Mühlenteiches, nahm auf Wunsch die Fische neben der Kasse aus und zerlegte sie. Dazu gab er Zubereitungstipps: "Braten ist nicht die beste Methode. Karpfen gebacken ist lecker, und das Haus riecht nicht so nach Fisch."

Frischer als in Kasseedorf kann man Fisch kaum kaufen, darüber waren sich die Kunden einig, die geduldig warteten, um "ihren" Fisch von Karl Witt aus dem Edelstahltrog fischen zu lassen. Am Ende wanderte nur eine Hand voll Karpfen zurück in den Teich. An die sieben Zentner Fisch, weiß Maaß, haben wie jedes Jahr ihre Abnehmer gefunden.

Zahlreiche Zuschauer hatten sich auch am Wehr des Mühlenteiches eingefunden, wo die Fischernte eingefahren wurde. Nachdem das Mühlengrund stück in den vergangenen Jahren nur von den Fischereipächtern betreten werden durfte, war dieses Jahr wieder "Publikum" zugelassen: Der Ingenieur Peter Bahr aus Hessen, der in Roge aufgewachsen ist, hat die Wassermühle erworben und steht dem Abfischen positiv gegenüber: "Wenn das eine Tradition ist, bin ich dafür, sie zu erhalten."

Von der 2010 von Fischereimeisterin Sabine Schwarten an die Kasseedorfer ausgesprochenen Warnung, keine "Fischwilderei" zu begehen, war auch keine Rede mehr. Bei einem Gesprächstermin mit allen Beteiligten sei der Konflikt ausgeräumt worden, sagte Maaß dem OHA. Zugleich sei mit dem Wasser- und Bodenverband vereinbart worden, dass mit neuen Pachtregelungen, die bis 2014 zu treffen sind, die Kompetenzen besser geklärt werden.

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