Feuerwehr : Sieben Ortswehren stehen auf der Kippe

Kreisbrandmeister Thomsen: Auflösungen oder Fusionen mit Nachbarn

von
16. Februar 2014, 14:26 Uhr

Sieben der 135 Ortswehren im Kreis Ostholstein haben erhebliche Sorgen um ihre Existenz. Ihnen bleibt nur die Suche nach neuen Mitgliedern oder die Fusion mit Nachbarwehren. Das sagte Kreisbrandmeister Ralf Thomsen am Sonnabend vor Journalisten auf der Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Ostholstein in Eutin.

„Diese sieben Wehren sind in echter Gefahr, weil sie nur noch aus zwölf Mitgliedern bestehen“, sagte Thomsen. Immerhin 20 Wehren (14,8 Prozent) im Kreis Ostholstein verfügen über 18 und weniger Einsatzkräfte und 59 (43,7 Prozent) zwischen 19 und 27 Mitgliedern. Zur Standard-Besetzung einer Ortswehr gehörten mindestens 27 Mitglieder – zwei Bereitschaften und eine Reservegruppe. Einen Hoffnungsschimmer auf die Nachwuchssorgen der Wehren mit 3747 Einsatzkräften gab es aus der Jugendabteilung, die mit 840 Mitgliedern das erfolgreichste der vergangenen fünf Jahre proklamierte. Landesbrandmeister Detlef Radtke bestätigte den landesweiten Trend. Er nannte als einen Grund die Marketingoffensive des Landesfeuerwehrverbandes mit einer Beteiligung am Projekt „Zeitung in der Schule“ des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages.

Der 57-jährige Ralf Thomsen aus Oldenburg wird im kommenden Jahr nach 18 Jahren Arbeit im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes nicht wieder für dieses Amt kandidieren. Er schlug den 220 Delegierten in der Turnhalle an der Blauen Lehmkuhle schon mal seinen Stellvertreter Thorsten Plath aus Timmendorfer Strand als Nachfolger vor. Weiterer Vorschlag: Nachfolger von Plath als stellvertretender Kreisbrandmeister soll Michael Hasselmann aus Heiligenhafen werden.

„Für die Aufgaben der Polizei ist die Feuerwehr nicht da“, reagierte der Leitende Polizeidirektor Heiko Hüttmann auf die OHA-Meldung von Sonnabend. Die Kreiswehrführung aus Plön befürchtet, die Feuerwehren müssten nach Auflösung von bis zu sieben kleinen Polizeistationen im Kreis Plön und damit verbundener schlechterer Präsenz Aufgaben der Polizei wahrnehmen. Hüttmann: „In Ostholstein werden wir eher mehr als weniger Polizeibeamte.“


Seite 3

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen