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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 12:47 Uhr

Shanghai: Um 23 Uhr wird’s dunkel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

21 Schüler des Beruflichen Gymnasiums Eutin lernten zwei Wochen lang die offenbar sehr beeindruckende Kultur im fernen China kennen

von
erstellt am 01.Nov.2013 | 00:31 Uhr

Seit ein paar Tagen sind die Schüler des 12. und 13. Jahrganges des Beruflichen Gymnasiums Eutin wieder in ihrer Heimat. Sie kehrten mit vielen Eindrücken aus dem fernen China aber auch vielen geschlossenen Freundschaften zurück. Nach der Woche in den Gastfamilien sahen sie sich unter anderem in Peking die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer an. Zuvor waren sie in Shanghai:

Klar, dass einige Schüler die Skyline von Shanghai nachts auf eigene Faust entdecken wollten. Wir erlebten dabei auch die längste Einkaufsstraße der Welt. So viele Geschäfte habe ich bisher noch nie gesehen. Einige gehen sogar über vier Etagen. Einen Preisunterschied zu Deutschland kann man kaum erkennen. Nur auf dem so genannten Fake-Markt außerhalb von Shanghai kann man sehr gut die Preise „verhandeln“.

Wir lernten bei unserem zweitägigen Aufenthalt in Shanghai nicht nur die Stadt, sondern auch das U-Bahnnetz kennen. Hier werden vom Personal manchmal sogar Taschenkontrollen der Fahrgäste, wie auf dem Flughafen, vorgenommen. Die U-Bahnen sind mindestens drei bis vier Mal länger als in Deutschland. Kein Wunder – bei einer Stadt mit 22 Millionen Einwohnern. In der Neustadt Shanghais, Pudong, gibt es beeindruckende Hochhäuser zu sehen. Klar, da mussten wir hoch, um die Großstadt bei Nacht zu bestaunen. So gelangten wir mit Glück in einen 53. Stock und bewunderten die leuchtende Stadt.

Gegen 22.45 Uhr wurde das Licht in der Stadt deutlich weniger. Nur 15 Minuten später ist die laute Stadt ruhig. Als wir die U-Bahn-Station betraten, wurde uns laut zugerufen: „Closed!“ So kamen wir in den Genuss, mit einem Taxi zurück ins Hotel zu gelangen. Die chinesischen Taxifahrer sind für ihre aggressive Fahrweise mit dem Dauerhupen weltweit bekannt. Wir fuhren mit einer Frau, die es den Männern natürlich gleich machte. Am Ende zahlten wir 42 Yuan, umgerechnet etwa 5 Euro. Taxi fahren ist in Shanghai sehr günstig.

Es fällt auf, dass einige Autos nicht mit Nummernschildern fahren. Dafür gibt es einen Grund: jährlich werden in Shanghai lediglich nur 8000 Autos zugelassen. Es muss eine Kaution in Höhe von umgerechnet 11 000 Euro gezahlt werden. Das ist wichtig, denn zu bestimmten Zeiten dürfen nur zugelassene Autos in der Stadt fahren. Einige Autofahrer kümmert es nicht. Sie fahren trotzdem und dann ist es egal ob mit oder ohne Nummernschild. Mit der Maßnahme möchten die Chinesen in Shanghai die Zahl der motorisierten Fahrzeuge begrenzen. So melden sich die Autofahrer eben in Nachbar-Provinzen an.

Im Straßenverkehr in China gibt es keine Regeln wie in Deutschland. Man darf fahren, wie man will, mitten auf der viel befahrenen Straße wenden oder einfach mal rote Ampeln außer Acht lassen. Für Fußgänger ist es deshalb schon ein bisschen gefährlich. Wenn man die Straße überqueren möchte, sollte man das zügig erledigen und nicht in der Mitte stehen bleiben. Man muss mutig sein und rüberlaufen.

Sehr stark verbreitet sind in China die Elektro-Roller. In China fahren die meisten Rollerfahrer ohne Helm. In China fahrende Automodelle von Volkswagen habe ich in Deutschland noch nie gesehen.

In Hangzhou sahen wir eine imposante Wassershow am West Lake. Der Westsee ist eines der berühmtesten Touristenmagnete in China. Initiator der Show ist der Mann, der die Eröffnungsshow der Olympischen Spiele in Peking organisiert hat.

Im Hotel gab es endlich mal wieder Toastbrot mit Marmelade. Nach zehntägigem Entzug tat das wieder sehr gut. Nur Nutella fehlte noch. Am nächsten Abend wartete nun eine 14stündige Zugfahrt nach Peking auf die Eutiner Schüler. Nach Besuch der Verbotenen Stadt und der Chinesischen Mauer war der letzte Abend vor dem Abflug nach Deutschland in Peking einem traditionellen chinesischen Essen gewidmet. In Peking muss man einfach eine Pekingente gegessen haben.

Ein persönliches Fazit: es war nicht das letzte Mal, dass ich eine China-Reise gemacht habe. China ist ein sehr interessantestes Land. Zu meinem Gastbruder Hu habe ich eine so gute Freundschaft aufgebaut, dass er mich unbedingt in Deutschland besuchen möchte.



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