Senkung der Kreisumlage gefordert

Landrätin Stephanie Ladwig heftet Helmut Müller die Ehrennadel des Kreises ans Revers.
Landrätin Stephanie Ladwig heftet Helmut Müller die Ehrennadel des Kreises ans Revers.

Kreisverband Plön des Gemeindetages versammelte sich in der Feuerwehrtechnischen Zentrale / Landrätin: aktuell gute Haushaltslage

von
14. November 2017, 12:35 Uhr

Als es dem Kreis Plön finanziell schlecht ging, wurde die Kreisumlage für die Kommunen um ein Prozent erhöht – mit der Maßgabe des Kreistages, die Entscheidung in guten Zeiten wieder aufzuheben. 0,7 Prozent hat der Kreistag von dem einen Prozent schon wieder zurückgenommen. Jetzt fordern die Gemeinden die noch ausstehenden 0,3 Prozent.

Das machte der Vorsitzende des Gemeindetages im Kreis Plön, Holger Bajorat, am Montagabend bei einer Mitgliederversammlung des Verbandes deutlich. „Bevor der Kreis selbst neue finanzielle Spielwiesen für sich entdeckt, sollte die Kreisumlage um die 0,3 Prozent gesenkt werden“, forderte Bajorat Solidarität und mehr Gerechtigkeit des Kreises mit seinen Gemeinden, die auch Geld für die Finanzierung der Kindertagesstätten aufbringen müssten. Und schließlich, so Bajorat, partizipiert der Kreis Plön auch noch an dem höheren Steueraufkommen der Gemeinden.

Landrätin Stephanie Ladwig freute sich vor den Vertretern aus den Gemeinden über ein aktuell leichtes Plus im Kreishaushalt von 460 000 Euro. Das allerdings könnte sich bis Jahresende auch wieder ändern. Ladwig sieht den Kreis in der Pflicht, bei entsprechenden Finanzmitteln die Kreisumlage um 0,3 Prozent zu senken und damit auf den alten Stand zu bringen. Allerdings machte die Landrätin auch keinen Hehl darauf, keinen defizitären Haushalt planen zu müssen.

Deshalb müsse immer die aktuelle Finanzlage überprüft werden. Dazu gehöre auch der Schuldenstand des Kreises Plön, der derzeit bei rund 40 Millionen Euro liege. Damit liege Plön auf dem vorletzten Platz aller Kreise im Land. Der Kreis werde Objekt-Ideen vorschlagen. Dazu gehöre die Einstellung eines Sozialplaners für Menschen mit Behinderungen, eine zielgerichtete Sozialplanung, ein Pflegestützpunkt, Schulsozialberatung oder die Erstellung von Tourismuskonzepten.

Landrätin Stephanie Ladwig hoffte auch auf gute Ergebnisse für die Kommunen bei den „Jamaika“-Verhandlungen. Sie machte aber auch deutlich, dass die Befreiung der Bürger von Straßenausbaubeiträgen bei finanzschwachen Kommunen zu Problemen führen könnte. Denn, so Ladwig: „Die Kommunen müssen zuerst eigene Einnahmen erzielen.“ Auf Bundesebene scheine die karibische Sonne. Sie fürchtet, dass die Stärkung der Einnahmen der Kommunen auf der Strecke bleibe. „Wir sitzen alle in einem Boot“, sagte Ladwig und gab zu bedenken: „Wir dürfen aber auch nicht alle auf einer Seite sitzen, es muss Balance gehalten werden.“

Doch diese Ballance scheint im Land bei den Kosten für Kindertagesstätten nicht gegeben zu sein, klagte Holger Bajorat über Eltern-Kosten für Kita-Plätze zwischen 350 und 700 Euro im Land: „Diesen Dschungel wollen wir jetzt durchforsten und bis 2020 zu Lösungen“, berichtete Bajorat von der landesweiten Gründung eines Fachgremiums. Aus dem Kreis Plön ist Abteilungsleiterin Anja Rautenberg aus dem Amt Bokhorst-Wankendorf dabei. So solle der Landesregierung geholfen werden, ein vernünftiges Konzept zu erstellen und die Kita-Finanzierung überschaubarer und gerechter zu machen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen