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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 12:23 Uhr

Eutin : Senkrechtstart nach Memphis

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Jessy Martens Band gewinnt im Eutiner Brauhaus die German Blues Challenge und wird Deutschland in den USA vertreten.

Jury-Mitglied und NDR-Urgestein Peter Urban fing immer wieder an, im Takt mitzuwippen, und Uwe Mamminga, Betreiber des Downtown Bluesclubs in Hamburg fasste seine Wertung kurz so zusammen: „Das macht Spaß!“ Für die sechsköpfige Jury stand nach dem Auftritt von vier Bands bei der German Blues Chanllenge fest: Die „Jessy Martens Band“ ist die Gewinnerin des Abends. Eine Einschätzung, die offenbar auf die Zustimmung des Publikums stieß, die die Gruppe nach ihrem 30-minütigen Auftritt mit viel Beifall und begeisterten Pfiffen von der Bühne entließ.

Die stimmgewaltige Sängerin und ihre fünfköpfige Band haben sich damit nicht nur für die European Blues Challenge qualifiziert, die im März in Brüssel stattfindet, sie fahren im Januar auch zur International Blues Challenge in Memphis, USA. „Wir sind total glücklich, wir freuen uns riesig auf die USA“, jubelte Jessy Martens, bevor sie und ihre Band nach Mitternacht zur Freude des Publikums noch einmal eine Dreiviertelstunde Stimmung machten.

Juror Hannis Anrig, Promotor aus der Schweiz (Blues’n’Jazz Rapperswil/Magig Blues Valle Maggia) zeigte sich begeistert über die Gewinnerin, die das Prädikat Senkrechtstarterin verdient: „Ich habe sie schon vor drei Jahren hier in Eutin gesehen. Es ist unwahrscheinlich, was sie für Fortschritte macht. Sie ist auf einem sehr guten Weg.“ Sie entwickele sich mit Meilenschritten fand auch Helge Nickel, der von der großen Modulationsfähigkeit ihrer Stimme schwärmt – die auch in Eutin von harten Rockröhrentönen bis zu sanften Balladen reichte.

Nebenbei räumte die Jessy Martens Band bei der Veranstaltung des Baltic-Blues-Vereins im Eutiner Brauhaus auch gleich noch die German Blues Awards in den Kategorien „Band“ sowie „Gesang weiblich“ ab. Ein Doppelerfolg, der ihr bereits 2012 gelungen war.

Zu einem unvorhergesehenen Auftritt kam ein weiterer Preisträger. Die lebende Blues-Legende Abi Wallenstein erhielt – ebenfalls wie bereits 2012 – die German Blues Awards in den Kategorien Solo/Duo sowie Gesang männlich. Im Anschluss an den Band-Wettbewerb stellte der 68-jährige Blues-Interpret seine Qualität eindrucksvoll unter Beweis. Organisator Helge Nickel hatte Schwierigkeiten, angesichts zahlreicher Zugabe-Rufe im Zeitplan zu bleiben.

Grund für den Wallenstein-Auftritt war ein denkbar kurzfristiger Rückzieher von It’s M.E, der eine zeitliche Lücke ins Programm riss. „Wir haben im Galopp eine Wettbewerbsband verloren“, erklärte Nickel dem Publikum. So blieben neben dem späteren Sieger drei Kandidaten: Die Joris Hering Blues Band, Bernd Rinser – RootsRock und die Marius Tilly Band.

Ebenfalls mit einem German Blues Award in der Kategorie „Ehrenpreis national“ bedacht wurde Juror Peter Urban. Der 66-Jährige mit der markanten Stimme ist einem breiten Publikum seit 1997 als Kommentator des Eurovision Song Contest bekannt, außerdem moderiert er im NDR mehrere Musiksendungen. Obwohl er ihn erst jetzt kennengelernt habe, begleite ihn der Preisträger seit 40 Jahren, erklärte Laudator Helge Nickel: „Er hat mir viel Neues auf die Ohren gebracht.“ Urban bedankte sich mit einer launigen Rede – so, wie man ihn als Song-Contest-Kommentator kennt.

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erstellt am 21.Sep.2014 | 18:00 Uhr

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