Semmelhaack investiert in Malente

Reihenhäuser und Geschosswohnungen sieht die Planung an der Sandkuhle vor.
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Reihenhäuser und Geschosswohnungen sieht die Planung an der Sandkuhle vor.

Elmshorner Unternehmen plant 45 Mietwohnungen für neun Millionen Euro an der Sandkuhle. Der Bau soll im Frühsommer beginnen

shz.de von
13. März 2017, 15:43 Uhr

Die bundesweit tätige Unternehmensgruppe Semmelhaack hat nun auch Malente für sich entdeckt. Das Elmshorner Unternehmen will an der Sandkuhle auf dem Gelände eines ehemaligen Betonwerks vis-à-vis dem Aldi-Markt 45 Mietwohnungen bauen. „Das Investitionsvolumen liegt bei rund neun Millionen Euro“, teilte Hartmut Thede, Leiter der Projektentwicklung und Sprecher des Unternehmens auf OHA-Anfrage mit. Semmelhaack hatte das Grundstück von einem Malenter Privatmann erworben.

Von den geplanten Wohnungen sollten 24 im Geschosswohnungsbau entstehen, davon 18 öffentlich gefördert, sowie 21 in Reihenhäusern, erklärte Thede. Semmelhaack wolle das rund 15  000 Quadratmeter große Grundstück, das im nördlichen Bereich des Bebauungsplans (B-Plan) 64 der Gemeinde Malente liege, öffentlich erschließen. „Die Planungen der Erschließungsleistungen laufen und werden in den nächsten Wochen abgeschlossen sein.“ Die Bauanträge für den Hochbau seien erstellt und sollten kurzfristig eingereicht werden. „Mit baulichen Maßnahmen kann im Frühsommer 2017 begonnen werden“, sagte Thede. Mit der Fertigstellung rechne das Unternehmen im Frühsommer 2018.

Bürgermeisterin Tanja Rönck zeigte sich hocherfreut über die Entscheidung der Elmshorner. „Das ist wirklich extrem erfreulich.“ Mit Semmelhaack investiere ein ausgesprochen seriöses Wohnungsunternehmen im Kneippheilbad. Erfreulich sei, dass auch Wohnungen für finanziell schwächer Gestellte entstehen sollten.

Ursprünglich hatte Semmelhaack überlegt, auch noch das dahinter liegende gemeindeeigene Gelände hinter der ehemaligen Obdachlosenunterkunft „Grauer Esel“ zu erwerben. Doch um Vorstellungen des Unternehmens zu erfüllen, hätte der B-Plan geändert werden müssen, erklärte Thede. „Wir wollen aber schnell in die Gänge kommen.“ Die im B-Plan vorgesehene Anbindung der Ferdinand-Harms-Straße an die Sandkuhle wird es daher vorerst nicht geben. Die Aufstellung des B-Plans, der auch den Aldi-Markt umfasst, hatte sich damals lange hingezogen – 1998 erfolgte der Aufstellungsbeschluss, 2005 trat der B-Plan in Kraft.

In Malente ist Semmelhaack bereits seit etwa zwei Jahren engagiert. Damals erwarb das Unternehmen das DRK-Haus für betreutes Wohnen, das hinter dem Rewe-Markt in der Friedrichstraße liegt. Betreutes Wohnen sei in der Sandkuhle aber nicht geplant, erklärte Thede. Dafür sei die Anlage zu klein. Denkbar sei aber eine Zusammenarbeit mit dem DRK-Haus, wenn Bewohner eine Betreuung wünschten.

Die Wohnungen sollen zwischen 50 und 75 Quadratmeter groß sein. Die Nettokaltmieten pro Quadratmeter lägen voraussichtlich bei 9,50 Euro, im Bereich des geförderten Wohnungsbaus bei 5,70 Euro pro Quadratmeter. Bei den Geschosswohnungen seien zwei Geschosse sowie ein Staffelgeschoss geplant. Diese 24 Wohnungen seien barrierefrei.

Semmelhaack hat sich in Ostholstein bereits mit dem Bau eines Wohnparks für betreutes Wohnen auf dem Gelände des ehemaligen Kreiskrankenhauses am Kleinen Eutiner See einen Namen gemacht. Dort waren 2012 rund 260 Wohnungen fertiggestellt worden, davon 72 öffentlich gefördert und mit gedeckelten Mieten. Die Investitionssumme lag hier bei 24 Millionen Euro. Die Wohnungen fanden nach Auskunft des Unternehmens einen reißenden Absatz.

Der Erfolg hatte Semmelhaack motiviert, ein weiteres Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Wiesenhof an der Leonhard-Boldt-Straße in Eutin-Fissau zu entwickeln. Unweit des Kellersee sollen dort für rund 4,8 Millionen Euro 36 altersgerechte Mietwohnungen entstehen. „Die Baugenehmigung ist da, wir sind in den Endzügen der Vorbereitung“, sagte Thede. Ende April solle mit den Arbeiten begonnen werden.

Die geplante Anlage an der Sandkuhle ist für Semmelhaack ein Test des Malenter Wohnungsmarkts. „Wenn das ein Erfolg wird, werden wir in Malente weitermachen“, kündigte Thede an. Ein mögliches Grundstück hat das Unternehmen dafür schon ins Auge gefasst.

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