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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 14:52 Uhr

Eutin : Seltener Einsatz: Brand im Bunker

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein Relikt des „Kalten Krieges“ in Eutin-Fissau am Rand der Sportanlagen brannte gestern Morgen aus / Es folgten zwei weitere Einsätze

Ein Relikt des „Kalten Krieges“ wurde gestern Morgen zu einem außergewöhnlichen Brandort: Ein seit Jahrzehnten nicht mehr genutzter Bunker des Katastrophenschutzes am Rand der Waldeck-Sportanlage brannte teilweise aus. Die drei Eutiner Feuerwehren hatten den gut zwei Stunden dauernden Einsatz kaum beendet, da folgten noch zwei vermeintliche Wohnungsbrände in Neudorf und Eutin. Die erwiesen sich aber als harmlos: Ein Geschirrtuch auf einem Herd und ein vergessener Topf mit Kochwäsche waren die Ursachen.

Der Platzwart der Sportanlage Waldeck hatte gestern morgen eine Rauchfahne entdeckt, die aus einem eingezäunten Karree am Rande aufstieg, und um 10.06 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Nur wenige Menschen wissen, was der Zaun mit einer mittlerweile nicht mehr ganz geschlossenen Tür verbergen sollte: eine kleine Bunkeranlage.

Sie beherbergte seit den 1960er Jahren eine besonders geschützte Meßstellestelle des Zivilen Katastrophenschutzes. Zwei solcher Anlagen gab es im Kreis, in diesen Bunkern sollten Feuerwehrleute sitzen, die im Falle eines kriegerischen Angriffs mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen die Luftbelastung messen sollten.

Nach der Wiedervereinigung wurde der Katastrophenschutz neu organisiert, diese Bunkeranlagen werden seither nicht mehr benutzt.

Ralf Klesny, Wehrführer von Neudorf, gehörte als vom Wehrdienst befreiter Feuerwehrmann zu dem ABC-Messtrupp, der im Bunker Dienst schob. Bis auf eine Ausnahme seien es nur Übungen gewesen. „Es gab einen einzigen Ernstfall,“ erinnerte er sich gestern, „nach der Tschernobyl-Katastrophe haben wir die Luftqualität hier überwacht.“

Die genaue Ortskenntnis Klesnys über die beiden Bunkerräume half den Feuerwehrleuten gestern wenig: Die Rauchentwicklung war so dicht, dass ein mit Atemschutz ausgerüsteter Angriffstrupp die Feuerquelle nicht ausfindig machen und wegen der Hitzeentwicklung auch nicht vordringen konnte. In Abwägung einer möglichen Gefährdung der Feuerwehrleute entschloss sich die Einsatzleitung dazu, den Bunker mit Schaummittel zu fluten.

In dem unterirdischen Raum waren noch zwei Stockbetten sowie Büromöbel und auch Papiermaterial. Die Elektroversorgung war aber, wie sich in Rücksprache mit den Stadtwerken herausstelle, abgestellt. Was gebrannt hat, habe sich nicht feststellen lassen, sagte Eutins Wehrführer Wolfgang Mevs. Er vermutet, dass der Brand keine technische Ursache hatte: Der Zugang zu dem Bunker sei möglich gewesen, und die Bunkertür habe sich öffnen lassen.

Keine Stunde nach der Rückkehr der drei Wehren in ihre Gerätehäuser kam der nächste Alarm: Um 13.24 Uhr wurde starke Rauchentwicklung in einem Reihenhaus in der Sudetenstraße in Neudorf gemeldet. Bewohner waren nicht in der Wohnung, Ursache war ein Geschirrtuch auf einer Herdplatte.

Einen weiteren Alarm gab es um 15.27 Uhr in einem Block mit zehn Wohnungen am Suhrnkrog. Als Grund für eine extreme Rauchentwicklung im Keller stellte sich ein offenbar vergessener Topf heraus, in dem Wäsche gekocht worden war, berichtete Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt. Als das Wasser verdunstet war, habe die Wäsche begonnen, zu schmoren.

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erstellt am 15.Sep.2014 | 14:27 Uhr

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