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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 00:08 Uhr

Selbst 1989 in Plön gut aufgenommen worden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 08.Sep.2015 | 11:56 Uhr

Eigentlich hat die 34-jährige Magdalena Wassink aus Plön schon mehr als nur einen Fulltime-Job: Die Ausbildungsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit in Kiel und „Managerin“ der eigenen Familie mit Ehemann und Sohn betreut seit April in Plön so „ganz nebenbei“ und ehrenamtlich eine siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Mazedonien. Magdalena Wassink gehört zum Plöner Ehrenamtskreis und ist selbst als Polin 1989 in Plön freundlich aufgenommen worden.

„,Ich verstehe nicht’ waren meine ersten Worte in deutscher Sprache“, schmunzelt Magdalena Wassink. Sie habe 1989 von einem Obsthändler in der Langen Straße Bananen geschenkt bekommen, die sie zuvor mit großen Augen angestarrt hatte. Sie weiß, was gute Integration bedeutet. „Ich möchte nun einfach das damals in Plön Erlebte symbolisch wieder zurückgeben“, sagt sie und freut sich dabei über die Unterstützung von Ehemann und Sohn. Vor einem Jahr kam sie mit ihrer Familie wieder nach Plön zurück, war beim Neubürgerempfang und stieß so Anfang dieses Jahres auf den Ehrenamtskreis.

Zur Begrüßung der mazedonischen Familie packte Magdalena Wassink gemeinsam mit ihrem dreijährigen Sohn ein Paket mit Spielsachen und Kinderklamotten. Die Freude war riesig. Die erste Zeit sei durch Beschaffung des Notwendigsten anstrengend gewesen. Doch mittlerweile sei Normalität eingetreten.

Die 34-Jährige weiß: „Das Erlernen der deutschen Sprache ist das Wichtigste.“ Deshalb sorgt sie dafür, dass die Kinder „ihrer“ mazedonischen Familie zur Schule
gehen. Dem sechsjährigen Mädchen kaufte sie zur Einschulung in der Breitenauschule einen Ranzen und eine Schultüte mit Leckereien. Das kam bei der Kleinen sehr gut an.

Schwieriger ist es mit dem 13-jährigen Sohn. Er ist eigentlich für die Gemeinschaftsschule am Schiffsthal vorgesehen, weil dort „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichtet wird. Er werde aber von der Nachbarstochter in gutem Glauben immer mit aufs Gymnasium Schloss Plön mitgenommen. Und es sei schwierig, ihn dort wieder heraus zu holen. Mit einem Übersetzer sei das gelungen. Sonst kommt Magdalena mit der polnischen Sprache ganz gut voran.

Ihre ehrenamtliche Tätigkeit bezeichnet Magdalena Wassink als „anstrengend, manchmal nervig aber sehr lehrreich“. Dankbar sei sie für die große Hilfe durch die Stadt Plön und Elke Springer. „Ihre“ mazedonische Familie dankt der Betreuerin durch Herzlichkeit, Gastfreundschaft und schier unendliches Vertrauen und Ehrlichkeit. Magdalena Wassink ist zufrieden: „Der Prozess der Sozialisierung läuft gut.“

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