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Geschichte der Rettberg-Kaserne : Seit 100 Jahren Militärstandort

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

1915 wurde die Rettberg-Kaserne in Eutin von Soldaten bezogen.

Seit kurzem wird in der Rettberg-Kaserne, der Heimat des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“, gebaut. Damit stehen einige der größten Veränderungen in der Geschichte der Militäranlage an.

Die Wurzeln der Kaserne an der Oldenburger Landstraße gehen bis ins Jahr 1913 zurück – als Eutin noch zum Fürstentum Lübeck gehörte, begannen die Bauarbeiten. Mitten im Ersten Weltkrieg – 1915 – konnte das III. Bataillon des Infanterie-Regiments 162 „Lübeck“ einziehen.

Nach dem Ersten Weltkrieg war hier zuerst das Freiwilligen-Bataillon (I./162) stationiert. 1920 bezog das II. Bataillon des Reichswehr-Regiments 17 die Kaserne. Unter den Nationalsozialisten wurde die Kaserne 1935/36 erweitert und umgebaut. Das II. Bataillon des Infanterieregiments 46 der Wehrmacht bezog die Unterkünfte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war dann das I. Bataillon des Infanterieregiments 6 hier stationiert.

1940 – zum 25-jährigen Bestehen – wurde die Kaserne nach Oberst Karl von Rettberg (1865–1944, Foto) benannt. Die Idee dazu hatte Udo de Rainville, dessen Vater Chef der 9. Kompanie war und im November 1914 zum Kommandeur des Eutiner Bataillons ernannt wurde. Der Namensgebende Oberst war als Kommandeur des III. Bataillons des Schleswig-Holsteinischen Infanterie-Regiments 163, Schwesterregiment des 162, in den Krieg gezogen. Die Namensgebung ist bis heute erhalten geblieben – auch als ab 1961 die Bundeswehr die Kaserne als Standort nutzte. Seitdem befindet sich hier das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“, das bis 2008 Panzeraufklärungsbataillon 6 hieß. Zurzeit sind etwa 800 Personen in Eutin stationiert, denn neben den Aufklärern befinden sich auf dem Gelände der Rettberg-Kaserne das Kraftfahrausbildungszentrum Eutin, Teile des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Plön und des Sanitätszentrums Plön.

Auf den Umbau der in die Jahre gekommenen Kaserne mussten die Soldaten mehr als fünf Jahre warten. In den kommenden zehn Jahren sollen rund 30 Millionen Euro in die Infrastruktur der Kaserne an der Oldenburger Landstraße investiert werden (wir berichteten). So entstehen zwei neue Unterkunftsbauten anstelle ihrer mittlerweile maroden Vorgänger-Häuser – rund zehn Millionen Euro kostet allein der Abriss und Neubau der beiden Kasernen-Blöcke. Insgesamt sollen binnen zwei Jahren 160 Einzelstuben für Soldaten entstehen.

Generell sollen zukünftig die Dienstbereiche getrennt werden. Es entstehen reine Bereiche für den täglichen Dienst – so ein neues Büro-Gebäude für 3,2 Millionen Euro –, andere Häuser dienen ausschließlich der Unterbringung. Und die Waffenkammern werden zukünftig zentralisiert: Für 1,5 Millionen Euro entsteht deshalb ein Waffenlagerhaus im rückwärtigen Teil des Kasernen-Geländes. Gleich nebenan – im Bereich des Hintereingangs – soll für 1,3 Millionen Euro eine neue Wache entstehen. Denn das Neben- soll ab 2017/18 zum Haupttor werden. Weiterhin entsteht für vier Millionen Euro eine Ausbildungs- und Werkhalle für die Drohnen; für zwei Millionen eine Werkhalle für Fahrzeuge. 2,5 Millionen soll ein neues Arzt-Gruppen-Gebäude kosten. Zuletzt steht für etwa vier Millionen Euro das Abwasser- und Elektrosystem auf dem Plan. Denn das stammt noch aus der Zeit, als der Eutiner Ernst Stuhr (1902–1989) seinen Wehrdienst in der Rettberg-Kaserne leistete – und 1935 die nebenstehenden Fotos schoss.

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erstellt am 03.Dez.2015 | 12:19 Uhr

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