Von Neustadt nach Grömitz : Segelyacht gestohlen: Verfolgungsjagd auf der Ostsee

Eine acht Meter lange Segelyacht hatte Dienstagabend ein Mann gestohlen, der versuchte, die Polizei loszuwerden.
Eine acht Meter lange Segelyacht hatte Dienstagabend ein Mann gestohlen, der versuchte, die Polizei loszuwerden.

Ein 36-Jähriger segelte in Neustadt mit einer Yacht los und wurde in Grömitz gestellt. Die Polizei sucht nun Zeugen.

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22. Mai 2020, 12:05 Uhr

Neustadt | Eine Verfolgungsjagd auf offener See gab es Dienstagabend zwischen Neustadt und Grömitz: Das Polizeiboot „Habicht“ und das Küstenboot „Falshöft“ stoppten eine Segelyacht und nahmen einen 36-jährigen Mann fest, der erheblichen Widerstand leistete. Das Motiv des mutmaßlichen Diebes ist unklar, für die weiteren Ermittlungen sucht die Polizei Zeugen.

Um 20.30 Uhr meldete der Eigentümer über den Notruf der Polizei, dass seine Segelyacht „Sternschnuppe“ aus dem Neustädter Kommunalhafen von einem Mann gestohlen worden sei. Er war mit der dunkelblauen, 8,25 Meter langen und 2,5 Meter breiten Albin Vega weggesegelt.

Nach bisherigen Ermittlungen hatten Zeugen drei Männer auf dem „Steg G“ an der Yacht beobachtet. Zwei Männer waren offenbar zurück gegangen, während der dritte mit „Sternschnuppe“ lossegelte.

Verfolgung bis vor Grömitz

Das Polizeiboot „Habicht“ und das Küstenboot „Falshöft“ der Wasserschutzpolizei Lübeck verfolgten die Yacht. Um 21.19 Uhr meldete die Besatzung der „Habicht“, dass sie das Segelboot vor Grömitz gesichtet habe und zunächst längsseitig begleite.

Auf der Yacht war ein Mann zu sehen, der auf Anhaltezeichen und Ansprachen vom Polizeiboot nicht reagierte. Mit wechselnden Kursen und mehrfachem seitlichen Abdrängen und Rammen versuchte der Täter sogar, die Verfolger loszuwerden.

Festnahme im Grömitzer Yachthafen

Der Besatzung des Dienstbootes gelang es trotzdem durch, wie es in der Polizeimitteilung heißt, massives Manövrieren, das Segelboot in den Grömitzer Yachthafen zu drängen und vor der Kaimauer am dortigen Kranplatz zu stoppen. Die Beamten der Wasserschutzpolizei nahmen den 36-jährigen Mann fest, dessen Widerstand mit der Hilfe von Pfefferspray gebrochen worden sei.

Der Mann sei in einem Rettungswagen wegen des Pfefferspray-Einsatzes vorsorglich behandelt worden. Eine weitere Behandlung sei nicht notwendig gewesen.

Der Eigentümer habe in Grömitz seine „Sternschnuppe“ wieder abgeholt. An der Yacht sei ein geringer Sachschaden entstanden.

Motiv unklar

Die Wasserschutzpolizei leitete ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ein. Über die Motive des Täters wird gerätselt. Nach Auskunft von Vanessa Gräfin von Hahn, Sprecherin der Polizeidirektion Lübeck, habe er zu seinem Verhalten keine Angaben gemacht. Allerdings seien seine Deutschkenntnisse auch eingeschränkt, es handele sich um einen legal in Deutschland lebenden Ausländer.

Wer kann Hinweise geben?

Wer zu der Tat oder zu den beiden unbekannten Männern Angaben machen kann, wird gebeten, sich beim Wasserschutzpolizeirevier Lübeck unter der Rufnummer 04502-862830 oder per Mail an luebeck.wsprv@polizei.landsh.de melden.

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