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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 10:12 Uhr

Seestraße: Wobau hat Markt im Blick

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein investiert gut 5,5 Millionen Euro in drei neue Gebäude und verdreifacht so die Wohnfläche

Es ist das Gründerviertel der Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein in Eutin, dass sein Gesicht für die Wohnraumsuchenden verändern soll. Ab Herbst plant Geschäftsführer Fabian Weist gemeinsam mit seinem Team den Abriss der drei alten Häuser von 1938 in der Seestraße 1 bis 5 (wir berichteten). Sie weichen für drei moderne Gebäude, jeweils mit zwei bis drei Stockwerken plus Staffelgeschoss. Der derzeitige Wohnraum ist mit dann 30 Wohnungen zwischen 50 und 75 Quadratmetern mehr als verdoppelt, die Wohnfläche mehr als verdreifacht. Gesamtinvestition: rund 5,5 Millionen Euro.

Die Wobau reagiert mit dem Bau der Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen auf den angespannten Wohnungsmarkt. „Die Nachfrage gerade nach diesen Wohnungstypen und bezahlbarem Wohnraum ist stark gestiegen und wird weiter steigen, nicht zuletzt wegen dem demografischen Wandel“, sagt Weist. Schon jetzt sei jeder Vierte Schleswig-Holsteiner älter als 65 Jahre, glaube man der Prognosen, werde es bis 2030 jeder Dritte sein. Doch neben den älteren Mietern, die immer häufiger kleine Renten haben, denke die Wobau ebenso an sogenannte „Starter-Haushalte“ mit jungen Menschen sowie Familien oder Personen mit geringem oder keinem eigenen Einkommen. „Wir wollen alle Bevölkerungsgruppen im Blick haben“, betont Weist. Deshalb sei der Wobau immer auch eine gute Mischung in ihren Quartieren wichtig, das bringe Stabilität. Das Abschieben der Schwachen und Alten an den Rand der Gesellschaft führe nur zur Ghettoisierung.

Unter den 30 neuen Wohnungen in der Seestraße werden neun Wohnungen öffentlich gefördert. Der Quadratmeterpreis für diese Sozialwohnungen liege dann bei 5,25 Euro. „Diese Wohnungen sind von allen anderen nicht zu unterscheiden in den Ausstattungen, wichtig ist nur, das sie in der Größe für die Menschen, die auf Leistungen angewiesen sind, den Förderungsrichtlinien entsprechen“, so Weist. Die Mieter in einem Haus werden das nicht merken, wer wo wohnt und dies sei auch gut so.

In vielen anderen Wohnungen laufe 2018 die vertragliche Bindung, also das einstige Vorschlagsrecht für die Stadt aus. „Für uns als Wobau ändert sich dadurch nichts. Wir werden weiter Partner der Stadt sein und uns nicht aus der sozialen Verantwortung stehlen“, betont Weist. Andere am Markt, so wissen Experten, nutzen die Chance häufig für eine Sanierung und Mieterhöhungen.

Dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wobau gut läuft, zeigt der verspätete Abriss der Seestraßen-Häuser von 1938. Als die Flüchtlingswelle die Stadt vor mehr als einem Jahr überrollte und die Notquartiere überquollen, schaffte ein Gespräch zwischen Altbürgermeister Klaus-Dieter Schulz und Weist Abhilfe. Der Abriss wurde aufgeschoben. Im Herbst dieses Jahres, wenn die Mietverträge der Flüchtlinge auslaufen, soll der Abriss beginnen, 2018 gebaut werden und im Herbst 2019 die Neubauten bezugsfertig sein.

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erstellt am 17.Jun.2017 | 00:42 Uhr

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