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Veranstaltung der Landesbibliothek : Seemanns-Romantik und brutale Realität

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Matinee der Landesbibliothek lud zu einer Reise in die Geschichte der Seefahrt

von
erstellt am 27.Jan.2014 | 00:35 Uhr

Vom „ersten kulturellen Höhepunkt im neuen Jahr“ sprach Kreispräsident Ulrich Rüder am Sonntag Morgen. Dabei meinte er die Matinee zum Jahresauftakt der Freunde und Förderer der Eutiner Landesbibliothek. Rund 200 Gäste erlebten in der Schalterhalle der Sparkasse eine Seereise. Oder besser: eine Reise in die Geschichte der Seefahrt.

Vor dem kulturellen Teil lobte der Kreispräsident das enorme soziale und kulturelle Engagement der Sparkasse allgemein und die Unterstützung der Landesbibliothek im besonderen. Die Sparkassen-Stiftung Eutiner Landesbibliothek ist seit Jahren wichtigste Förderin der Einrichtung.

Nicht nur die Bewahrung des historischen Bücherbestandes, auch die Förderung der Lesekompetenz generell sei der Sparkasse ein wichtiges Anliegen, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Lüdiger. Die wirtschaftliche Entwicklung des Kreditinstitutes sei im vergangenen Jahr wieder gut gewesen, verriet er, und ermögliche weiter das soziale Engagement: Man habe zum Jahresbeginn 4,5 Millionen Euro an die Stiftungen überwiesen.

Dr. Lüdiger begrüßte die Überlegung der Landesbibliothek-Förderer, auch eine Stiftung für die Landesbibliothek zu gründen und sie unter dem Dach der Sparkassen-Bürgerstiftung zu installieren. Diesen Plan hatte der Vorsitzende des Fördervereines, Klaus Schöfer, zuvor bei der Begrüßung verraten.

Das Jahr 2013 habe ihm ein einschneidendes Erlebnis beschert, bekannte der Leiter der Landesbibliothek, Dr. Frank Baudach: Das Erstaunen eines Grundschülers über die Zeit, in der es noch keine Computer gab, mit der Äußerung: „Wie, früher hatten Sie noch gar keine Online-Spiele und so?“ Für den Jungen müsse die Zeit ohne Computer so weit weg gewesen sein wie das Mittelalter. Und trotzdem stehe die Landesbibliothek weiter zur Bewahrung des Buches: „Was man mit der Hand begreifen kann, begreift man auch mit dem Kopf wesentlich besser“.

Die Landesbibliothek scheue den Einsatz digitaler Technologie nicht, was zum Beispiel bei der abgeschlossenen Digitalisierung von mehr als 36 000 Ausgaben des Ostholsteiner Anzeigers deutlich werde. Aber bis heute gebe es kein haltbareres Mittel zur Archivierung als das Buch – „abgesehen vielleicht von Steinen mit Keilschrift.“

„Seemanns Braut ist die See“, eine Zeile aus dem Lied „La Paloma“, hieß eine Reise in die Geschichte der Seefahrt, deren Text die Bibliotheksmitarbeiterin Dr. Susanne Luber mit Hilfe von Quellen aus der Bibliothek geschrieben hatte. Er wurde von den Hamburger Schauspielern Sabine Schindler und Michael Biddeller vorgetragen und von Seemannsliedern des Grömitzer Shanty-Chores ergänzt.

Alte Quellen wie ein Buch des unfreiwillig zur Seefahrt gepressten Danzigers Johann Gottfried Manski Ende des 18. Jahrhunderts räumen auf mit Seefahrerromantik: Auf Handels- und Kriegsschiffen herrschten bis ins 19. Jahrhundert hinein lebensfeindliche Verhältnisse. Der Tod war in Form von Krankheit oder Stürmen ständiger Begleiter, bis zu 20 Prozent der Matrosen an Bord starben.

Kreuzfahrten, also Seereisen zum Vergnügen, gibt es übrigens erst seit 1891 und sie wurden von dem Hamburger Reeder Albert Ballin erfunden. Aber selbst heute noch sind die Gefahren des Meeres nicht zu unterschätzen. Das hat zuletzt das Schicksal der „Costa Concordia“ verdeutlicht.

 

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