Seeforellen-Bestand ist etabliert

Fischeier in verschiedenen Stadien werden bei Fischwirtschaftsmeister Helmut Schwarten in Malente ausgebrütet.
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Fischeier in verschiedenen Stadien werden bei Fischwirtschaftsmeister Helmut Schwarten in Malente ausgebrütet.

Fischwirtschaftsmeister Helmut Schwarten aus Bad Malente-Gremsmühlen kümmert sich seit 1989 um die Fischbestände in den Seen

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22. Januar 2018, 13:23 Uhr

Es ist die Zeit, in der man sich am liebsten in der Stube hinter dem warmen Ofen verkriecht und das nasskalte Wetter vergessen möchte. Für den Fischwirtschaftsmeister Helmut Schwarten aus Bad Malente-Gremsmühlen ist es jedoch eine der besseren Zeiten des Jahres: es ist der Start der Brutzeit der Fische – genauer noch für große und kleine Maränen, Ostseeschnepel und vor allen Dingen Seeforellen, die mittlerweile in reicher Zahl in den Seen der Holsteinischen Seenplatte vorkommen.

Mit einem beherzten Griff und mit Hilfe eines Unterfangkeschers zieht Helmut Schwarten zur Eientnahme, dem Abstreifen, eine zwölf Pfund schwere Seeforelle aus der Hälterung im Kellersee. „Dieser stattliche Fisch sorgt für mindestens 3000 Eier“, freut sich der Fischwirtschaftsmeister, der sich bereits seit 2004 um die Fortpflanzung der Seeforellen in der Holsteinischen Seeplatte kümmert. Nach der Eientnahme wird die Seeforelle wieder in den Kellersee gesetzt.

In der Fischerei am Kellersee von Helmut Schwarten werden die Eier der Seeforellen in mit Sauerstoff angereichertem Wasser in Glas-Zylindern erbrütet, bevor sie etwa im April dort eingesetzt werden, wo die Elterntiere gefangen wurden. Mittlerweile, so Schwarten, gibt es in unseren Seen einen festen Bestand an Seeforellen, die sich die Seen selbst erschlossen haben. So sei im Dieksee im vergangenen Jahr zum Beispiel auf Wobbler eine 80 Zentimeter lange Seeforelle gefangen worden. Auch im Kellersee seien Anglern Seeforellen von stattlicher Größe an die Haken gegangen.

Die ebenso eleganten wie schmackhaften Fische stammen aus der Schwentine bei Sibbersdorf, aus Wassergräben bei Eutin, die in den Großen Eutiner See münden, der Malenter Au oder der Sohlgleite an der Gremsmühle. Sie haben zum Teil zuvor den Sibbersdorfer See und den Großen Eutiner See durchwandert.

„Ich habe in der Schwentine mindestens sechs bereits von den Fischen angelegte Laichbetten entdeckt. Es werden aber deutlich mehr sein“, sagte Schwarten. Es sei besser, den Fischen die Eier zu entnehmen und künstlich auszubrüten, weil die Flüsse zur natürlichen Erbrütung der Eier keine optimalen Bedingungen vorweisen. Viele Eier würden absterben, weil sie zwischen den Steinen nicht optimal mit Sauerstoff versorgt werden können.

In diesem Jahr kommen in der Fischerei Schwarten rund 100 000 Eier zur Erbrütung. „Dafür sind etwa 50 Seeforellen mit Netzen oder mit Hilfe der Elektrofischerei gefangen worden“, sagte Helmut Schwarten. Besonders lobt Schwarten die Sohlgleiten in Plön an der Ölmühle, in Malente an der Gremsmühle und in Eutin an der Neumühle. Besonders bei Hochwasser sind die ehemaligen Barrieren für die Fische sehr gut passierbar und sorgten für einen guten Fischreichtum im Dieksee, im Kellersee und im Großen Eutiner See.

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