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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 13:18 Uhr

Sechs Säcke Strandmüll gesammelt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der BUND und das Umweltbildungsprojekt Undine hatten zum Ostseeschutz-Aktionstag gerufen / 60 Freiwillige sammelten Müll

Geschätzte zehn Millionen Tonnen Müll, Dreiviertel davon Plastikmüll, befinden sich in den weltweiten Ozeanen. Lediglich 15 Prozent dieses Mülls werden ans Ufer gespült oder treiben auf der Wasseroberfläche. Der Großteil treibt im Wasser oder bleibt auf dem Meeresgrund verborgen. Vögel, Fische und andere Meerestiere verenden an gefressenen Plastikteilen, und kleinste Mikroplastikpartikel wirken sich auf die Nahrungskette und Gesundheit von Mensch und Tier aus.

Um der immer größer werdenden Müll-Misere entgegenzuwirken, organisierte der BUND Deutschland zusammen mit dem Umweltbildungsprojekt Undine einen Ostseeschutz-Aktionstag. Im Rahmen der internationalen Aktion „Coastal Cleanup Day“ sammelten insgesamt 60 freiwillige Helfer am etwa neun Kilometer langen Strandabschnitt zwischen dem Freibad am Umwelthaus und dem Ruheforst in Brodau Strandmüll.

Sechs Müllsäcke voll, überwiegend mit Zigaretten-stummeln, Süßigkeiten-Verpackungen, Glasscherben, Flaschen und Kronkorken, kamen dabei zusammen – alles eindeutige Hinterlassenschaften von Strandbesuchern. „Vor allem Zigarettenstummel stellen eine ernstzunehmende Umweltbelastung dar, da Hunderte giftiger Chemikalien darin enthalten sind und eine Kippe etwa 40 Liter Grundwasser verschmutzt“, kommentierte die Projektleiterin der Aktion, Anke Hofmeister, das Sammelergebnis. Schon ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser sei für Fische schwer schädlich. Der gesammelte Müll wird nun für Monitoring-Zwecke erfasst und in internationale Datenbanken eingespeist.

Auf dem Wasser war Günther Bonin von der Umweltorganisation „One Earth – One Ocean“ aus Bayern mit einem müllfischenden Boot „Seehamster“, einem überdimensionalem Catscher unterwegs. Die Organisation wurde in diesem Jahr der „GreenTec Awards“, Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis für Umwelt-
engagement und grüne Umwelttechnologien für die Entwicklung der „Maritimen Müllabfuhr“ und die Rückführung des Plastiks in den Wertstoffkreislauf verliehen. Aus einer Tonne Plastik lassen sich dabei umweltschonend etwa 900 Liter Öl zurückgewinnen. „Bei der Kieler Woche haben wir Massen aus der Förde gefischt“, informierte Günther Bonin.

Zugleich kartierte eine Tauchermonitoring-Gruppe vom Tauchsport-Landesverband Schleswig-Holstein zusammen mit internationalen Teilnehmern im Rahmen des deutsch-dänischen EU-Projektes Undine (Underwater Discovery and Nature Experience) den Lebensraum Ostsee. Vor dem Umwelthaus vermaßen sie mit Hilfe von GPS-Geräten rund 30 Hektar Meeresboden. Die Marine Neustadt unterstützte die Aktion mit zusätzlichen Tauchern und stellte einen Atemluft-Kompressor zur Verfügung.

Das Ziel des Projektes ist es, das Bewusstsein für die Unterwasserwelt zu sensibilisieren und durch langfristige
Beobachtungen Veränderungen aufzeichnen zu können.
 Dass die Ostsee voller Leben steckt, wüssten Taucher schon lange und schwärmten von Miesmuschelbänken und satten Seegraswiesen, die auch direkt vor dem Umwelthaus zu finden seien, informierte Anke Hofmeister.

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