Eutin / London : "Sean Bean hatte gleich eine Autogrammkarte dabei"

Da strahlte Anita Lützel: Boromir alias Sean Bean legte bei dem Treffen in London beschützend den Arm auf ihre Schulter.   Foto: HJLützel
Da strahlte Anita Lützel: Boromir alias Sean Bean legte bei dem Treffen in London beschützend den Arm auf ihre Schulter. Foto: HJLützel

Die Queen sehen will jeder. Anja Lützel jedoch reiste nach London auf der Suche nach dem Schauspieler Sean Bean.

Avatar_shz von
30. Juli 2011, 11:33 Uhr

eutin | Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, hieß es mal ganz früher. Heute reist jeder und jede, da tut man sich mit dem Erzählen schon schwerer. Von der Reise, die Anita Lützel jüngst mit ihrem Ehemann Hans-Jürgen nach London unternahm, hatte die Mitarbeiterin im Eutiner Bürgerbüro eigentlich nur im Bekanntenkreis etwas berichten wollen. Wäre da nicht diese Sache mit Sean Bean gewesen ...

Sean Bean? Wer sogleich an den tölpelhaften Komiker Mr. Bean denkt, liegt völlig daneben. Ein Tölpel könnte Sean Bean allenfalls aus der Sicht seiner bisher vier ehemaligen Ehefrauen sein, in den Augen aller Tolkien-Fans hingegen ist er ein Held: Der englische Schauspieler verkörperte in den Verfilmungen der sagenhaften Trilogie den Boromir, einen der neun Gefährten des Hobbits Frodo. Wenn das nichts ist!

Nun soll es Leute geben, die von Orks, Elben und allerlei anderem Ur- und Eigentümlichen aus der englischen Fantasie-Literatur keinen blassen Schimmer haben. Sondern beim Namen "Frodo" summen "Ich düse, düse, düse im Sauseschritt und bring die Liebe mit auf meinem Himmelsritt".

Aber das ist eine ganz andere Geschichte, und wer das Mittun von Sean Bean in der Hobbit-Welt nicht als hinreichend ansieht für den Promenten-Status des ehemaligen Käseverkäufers, dem sei aus Wikipedia dieses gesagt: Sean Bean stellte 1995 Alec Trevelyan im James-Bond-Film "Goldeneye" dar sowie später den Odysseus in "Troja". Gibt es einen größeren Helden? Sogar der alte Grieche Homer kannte ihn schon - deswegen hat Anita Lützel beste Gründe, "ein echter Fan von Sean Bean" zu sein.

Der Gute wohnt, das weiß ein Fan, in London. Wenn ein Fan nach London reist, warum soll er dann in die Reihe der zu besuchenden Sehenswürdigkeiten nicht auch Sean Bean aufnehmen? Für Hans-Jürgen Lützel, als Wehrführer in Fissau für seine Zielstrebigkeit bekannt, war der Fall klar: In London wird der Versuch unternommen, dem Schauspieler nahe zu kommen. Notwendige Anhaltspunkte liefert das Internet: Es gibt Seiten, auf denen die Häuser von Prominenten abgebildet sind. "Da habe ich gesehen, dass Sean Bean im Stadtteil Hampstead wohnt. Dann bin ich auf Google Map virtuell immer wieder durch die Straßen dieses Stadtteils gegangen und habe irgendwann tatsächlich das Haus wiedererkannt", sagt Anita Lützel, hörbar ein wenig stolz auch auf ihre Findigkeit.

Bus und freundliche Passanten führten schnell ans Ziel. "Wir standen vor dem Haus, sahen Bean plötzlich am Küchenfenster und haben ihm irgendwie signalisiert, dass wir Deutsche sind und ihn gerne treffen würden", berichtet die Eutinerin. Doch wie reagiert ein Prominenter auf solche Annäherung? Sean Bean machte alles richtig, um für ewig als Held auch in ihrer Reiseerzählung zu bestehen: "Er kam aus dem Haus auf uns zu, sagte Hallo, hatte gleich eine Autogrammkarte dabei und ließ sich mit mir fotografieren." Was kann ein Bean-Fan von einer London-Reise mehr erwarten?

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen