Schwimmpontons statt Holzdeck – oder doch ja zu den Mehrkosten?

shz.de von
14. Januar 2015, 12:17 Uhr

Heute haben es die Mitglieder des Bauausschusses in der Hand: Finden Sie eine gemeinsame Lösung oder riskieren Sie eine Verschiebung der Landesgartenschau-Eröffnung? Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass die Kröte wohl zu schlucken sei, wenngleich sich die Mitglieder darüber ärgern, wie ihnen die Verteuerung von der Verwaltung „verkauft“ wurde.

Malte Tech und Heinz Lange (beide FWE) haben sich eine kostengünstigere Alternative überlegt, die sie den CDU- und SPD-Fraktionsvorsitzenden kurz vorm Gespräch beim Bürgermeister am Montagabend präsentierten. Die Idee: „Statt Holzdeck, das bündig mit der Promenade abschließt, schlagen wir einen schwimmenden Steg vor, der parallel zur Promenade verläuft und das Wasser von allen Seiten erlebbar macht, wie es das ursprüngliche Motto der LGS war“, erklärt Heinz Lange. Das erspare nicht nur die teure Pfahlgründung, so Lange, sondern auch die mögliche teure Unterhaltung des Holzdecks. Lange: „Wenn dort Müll und Treibgut drunter gespült wird, kommt man ohne Taucher gar nicht mehr ran. Außerdem könnte Eis das Deck von den Stahlpfählen trennen.“ Dass alle Umplanungen, wie Bauamtsleiter Bernd Rubelt mehrfach betonte, nicht nur den Kostenrahmen weiter sprengen, sondern auch zeitlich gar nicht mehr machbar seien, wollen die beiden FWE-Mitglieder nicht glauben. „Bei den Pontons brauchen wir keine europaweite Ausschreibung“, sagt Lange. Der Quadratmeter koste rund 1200 Euro. Dass sie mit ihrem Vorschlag, den sie heute in der Sondersitzung um 18 Uhr im Rathaus nochmal vorstellen wollen, Erfolg haben, bezweifelt Malte Tech: „Ich bin Realist und sehe unsere Chancen als gering.“

Matthias Rachfahl (CDU) und Hans-Georg Westphal (SPD) nannten den Vorschlag eine „charmante Lösung“, die allerdings zwei Jahre zu spät komme. Rachfahl: „Es ist schwierig, so etwas in dieser kurzen Zeit zu entscheiden.“ Die CDU traf sich erst gestern Abend zu einer Sitzung. Bernd Rubelt hofft hingegen auf das Verantwortungsbewusstsein der Politik: „Wir haben unsere Arbeit gemacht, jetzt müssen die Mitglieder entscheiden.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen