Schwierige Suche nach geeigneten Archiv-Räumen

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21. November 2013, 00:34 Uhr

Wohin mit all den Akten? Der Antwort auf diese Frage ist die Gemeinde Malente bei der Sitzung des Hauptausschusses am Dienstag nicht viel näher gekommen. Zur Diskussion stand das Angebot von Hans-Peter Wandhoff, die ehemalige Registratur der Sparkassen-Filiale in Eutin-Neudorf als Archiv an die Gemeinde zu vermieten (wir berichteten). Bürgermeister Michael Koch will nun prüfen, ob die Räume geeignet sind.

Bei der Einrichtung eines Archivs seien zahlreiche Vorschriften und Vorgaben zu beachten, machte Koch deutlich. Angefangen vom Landesarchivgesetz, über die Archiv-Norm DIN ISO 11799 bis zum Arbeitsschutzgesetz und Vorschriften der Berufsgenossenschaft. Tatsache ist, dass das derzeitige rund 100 Quadratmeter große und sieben Räume umfassende Kellerarchiv im Rathaus nicht nur zu klein ist, sondern auch zu feucht. So schreibe die DIN-Norm maximal 53 Prozent Luftfeuchtigkeit vor, das Rathaus-Archiv liege aber über 60 Prozent, sagte Koch: „Wir platzen aus allen Nähten und stellen auch Feuchtigkeitsschäden an dem Archivgut fest.“

Die von Wandhoff angebotenen Räume seien zwar günstig, erklärte Koch – Wandhoff hatte eine Miete von 300 Euro angeboten. Aber: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass aufgrund der Vorschriften doch das eine oder andere getan werden muss.“ So sei die Luftfeuchtigkeit auch in Eutin zu hoch, und es sei zweifelhaft, ob die Regale den Vorschriften für ein öffentliches Archiv entsprächen. Klar ist: Die Regale sind nicht feuerfest, da sie aus Holz sind. Dies kann jedoch möglicherweise durch eine Imprägnierung des Holzes geändert werden.

Fraglich sei, wer mögliche Umbauten oder andere Maßnahmen finanziere, sagte Koch. SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning stellte die Frage, ob es nicht günstiger sei, auf eigene Kosten ein Archiv herzurichten. Der Tourismus-Ausschuss hat es allerdings gerade abgelehnt, einen Raum im Haus des Kurgastes herzurichten, weil ihm dies mit 70 000 Euro zu teuer war. Sowohl Grünen-Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren als auch Andreas Hillesheim (SPD) bezweifelten, ob ein Archiv in Eutin für die Gemeinde praktikabel sei.

Ein Problem habe die Gemeinde immerhin gelöst, erklärte Ausschussvorsitzender Hans-Werner Salomon (CDU). Für das Zimmermann-Archiv des Heimat- und Verschönerungsvereins – seit einiger Zeit in einer ehemaligen Herrentoilette zwischengelagert – sei ein Raum im Haus des Kurgastes gefunden worden.

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