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Fehmarnbelt-Querung : Schwerstarbeit für die Bahnplaner

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Für die neue Schienentrasse an der A 1 zum Fehmarnbelt-Tunnel sind noch erhebliche Probleme mit dem Naturschutz zu lösen .

von
erstellt am 08.Nov.2014 | 20:00 Uhr

Den größten Termindruck bei der Planung des Projektes „Feste Fehmarnbelt-Querung“ (FBQ) hat die Deutsche Bahn AG. Dagegen sind die Festlegungen für den Ausbau der B 207 von Heiligenhafen bis Puttgarden und den dänischen Tunnelbau zwischen Lolland und Fehmarn bereits nahezu beschlussreif, Das wurde gestern in einer Informationsveranstaltung des Verbandes Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT) deutlich.

„So lange die neue Bahntrasse durch Ostholstein nicht fertig ist, so lange muss der Güterverkehr weiter über Jütland geführt werden. Die Güterzüge dürfen auf keinen Fall auf der alten Trasse durch die Badeorte rollen, wenn der Tunnel zwischen Rödby und Puttgarden schon betriebsbereit ist“, forderte OHT-Geschäftsführerin Katja Lauritzen mit Blick auf die Zeitprobleme der Bahn und die Ruhe-Interessen der Urlaubsbranche.

Maja Weihgold, Sprecherin für Großprojekte bei der DB Projektbau GmbH, räumte ein, dass auf dänischer Seite nicht mit großen Abweichungen vom Terminplan zu rechnen sei: „Die sind fix.“ Das untermauerte Ulrike Schenka, Kommunikationsberaterin des dänischen Staatsunternehmens Femern A/S, dann mit ihren Zeitangaben.

Bis Jahresende sollen durch Angebote von neun Konsortien die marktaktuellen Baukosten für den Tunnel feststehen, bis Sommer 2015 soll das entsprechende Baugesetz vom dänischen Parlament verabschiedet werden. Sollte der Genehmigungsprozess auf deutscher Seite ähnlich zügig vorankommen, könnten in zwölf Monaten die Arbeiten bei Rödby und Puttgarden starten, Weihnachten 2021 solle der 19 km lange Tunnel eingeweiht werden, ,sagte Schenka.

Ob dann schon eine zweigleisige Schienenverbindung von Lübeck bis Puttgarden besteht, wollte DB-Vertreterin Weihgold nicht garantieren. Ihre Erklärung: Die Bahn habe dafür eigentlich die Bestandstrasse ausbauen wollen, sei jetzt aber auf die vom Land empfohlene Neubau-Lösung eingeschwenkt. Die Vorplanung für diese 88 km lange Trasse, die weitgehend entlang der Autobahn entstehen soll und eine Umfahrung der meisten Badeorte vorsieht, laufe auf Hochtouren. Auch Fragen der technischen Machbarkeit und der Finanzierung seien wichtig bei der genauen Trassenplanung.

Erforderlich sei jetzt vor allem eine Auseinandersetzung mit Ansprüchen des Naturschutzes. Mittelspecht, Haselmaus oder Zauneidechse – diese streng geschützten Arten werden bei Ratekau, Scharbeutz und Neustadt vermutet. Weiterer „Knackpunkt“ sei das Natura-2000-Schutzgebiet bei Haffkrug. „Wir gehen davon aus, dass wir für alles Lösungen finden“, sagte Weihgold und verwies auf Ausgleichsleistungen, aber auch auf Alternativen für die Trassenführung. Die Vorplanung soll bis zum Jahresende erstellt sein, damit Ende 2016 die Unterlagen für ein Planfeststellungsverfahren fertig sind – mit dem Ziel, 2019 mit dem Bau der Schienentrasse beginnen zu können.

Die Hoffnung, möglichst wenig mit Klagen zu tun zu bekommen, hegt auch Svenja Piehl, Projektleiterin des Landesbetriebes Straßenbau. Sie stellte eine detaillierte Ausbauplanung für eine vierspurige Bundesstraße vom Ende der A1 bei Heiligenhafen bis zum künftigemn Tunnel am Fehmarnbelt vor. Offen ist dabei nur noch die Frage, was am Fehmarnsund passieren soll – das sei Sache des Bundesverkehrsministeriums und solle bis Jahresende entschieden sein, so Piehl. Laufe bei der Planfeststellung alles glatt, könnten Ende 2015 erste vorbereitende Arbeiten für den Ausbau beginnen.

 

 

 





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