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Prozess vor Amtsgericht Plön : Schwere Vorwürfe gegen Doggenhalterin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine bekannte Hundeexpertin muss sich ab Mittwoch vor dem Amtsgericht in Plön verantworten. Es geht um die Vernachlässigung von Doggen.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 14:16 Uhr

Irgendwo muss etwas sehr schief gelaufen sein. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer. Ein Vergehen nach dem Tierschutzgesetz wird einer Rechtsanwältin und bekannten Hundeexpertin in der Anklage vorgeworfen. Die Verhandlung ist Mittwoch im Plöner Amtsgericht.

In ihrem Haus in einem kleinen Dorf bei Lütjenburg soll die 59-Jährige bis April 2013 ihre drei Deutschen Doggen unzureichend versorgt und nicht artgerecht gehalten haben. Eines der Tiere starb sogar. Von Mittwoch an muss sich die Frau, Autorin eines Fach-Buches über die Deutsche Dogge und Sprecherin des „Arbeitskreises Gerechter Tierschutz“, deswegen vor dem Amtsgericht in Plön verantworten.

Dem Vernehmen nach waren die Tiere in einem „erbärmlichen Zustand“ und unzureichend versorgt, beschreibt es die Anklage. „Erheblich abgemagert gewesen“ seien die Tiere, die „über fast keine Muskulatur mehr verfügt“ haben sollen. Nur noch etwa die Hälfte ihres Normalgewichtes hätten die Tiere gehabt.

Dadurch hätten die Tiere länger anhaltende Schmerzen und Leiden erlitten. Ein Tier sei letztlich verhungert. Ausreichend Futter fand man seinerzeit in dem Haus nicht. Sichergestellt wurden nur wenige hundert Gramm Trockenfutter. In dem ganzen Haus habe es zudem „bestialisch gestunken“, beschreiben Zeugen die Situation seinerzeit im April 2013. Das Erdgeschoss des Hauses sei „mehr als dreckig“ gewesen, so dass sich einige Beamte sogar geweigert haben sollen, das Haus überhaupt zu betreten.

„Deutsche Doggen sind Hunde für besondere Menschen: nicht nur ihre beeindruckende Größe, sondern auch ihr Wesen hebt sie von anderen Rassen ab und macht sie unverwechselbar“, wirbt der Verlag für das Buch der Hundeexpertin. Auf jeder Seite werde die Faszination der Autorin für den „Apoll unter den Hunden“ spürbar. Das Buch liefere nicht nur eine „Liebeserklärung, sondern auch eine Anleitung zur richtigen Aufzucht, Haltung, Ernährung und Pflege“.

Und nun dennoch die Anklage. Bereits im Vorfeld hatte der Fall der streitbaren Juristin für Schlagzeilen gesorgt, als sie gegen die Beschlagnahme der Tiere klagte. Erst Mitte August hat das Landgericht die Beschlagnahme der Tiere aufrecht erhalten.

 

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