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Ostholsteiner Anzeiger

21. September 2017 | 16:18 Uhr

Schwentine lockt wieder Störche an

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Runder Tisch in der Schulscheune Kasseedorf: Entwicklung des Managementplanes für die Obere Schwentine gestartet

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 16:43 Uhr

Welche Maßnahmen können die Wasserqualität der Schwentine und der von ihr gespeisten Seen verbessern? Mit dieser Frage setzten sich rund 20 Teilnehmer des ersten Runden Tisches zum Managementplan für das FFH-Gebiet „Obere Schwentine“ in Kasseedorf auseinander.

Das Gebiet reicht vom Quellgebiet am Bungsberg bis zum Übergang des Flusses in den Kellersee. Neben zahlreichen Vertretern von Behörden und Verbänden waren auch betroffene Grundeigentümer und interessierte Bürger in die Schulscheune gekommen.

Über eines waren sich die Anwesenden schnell einig: Der zu entwickelnde Managementplan startet auf einem hohen Niveau. Viele
Initiativen der vergangenen zehn bis 15 Jahre haben bereits Wirkung gezeigt. Entsprechend zufrieden gab Carsten Burggraf zum Einstieg bekannt: „In Fissau nisten seit ein paar Tagen Weißstörche.“ Mit einer derart schnellen Annahme der Nisthilfe auf einer Anhöhe über dem Sibbersdorfer See habe er nicht gerechnet.

Burggraf zeichnet im Programm „Natura 2000“ für den Verein „Wasser Otter Mensch“ als Träger der Lokalen Aktion Schwartau-Schwentine für die Managementplanung von 14 FFH-Gebieten und zwei Vogelschutzgebieten der beiden Flussläufe verantwortlich. Er leitete, unterstützt von Sabrina Scheitweiler, auch in Kasseedorf den Runden Tisch.

Mit dem Brutgeschäft der Störche lag für die Teilnehmer die Schaffung von Feuchtwiesen als erste Maßnahme auf der Hand. Die Flächen sollten möglichst an
Seen grenzen und bewirtschaftet sein, so Burggraf.
Dies mache sie auch zu einer Futterquelle für Gänse, die Brachen mit hoher Vegetation meiden und so auf die jungen Schilftriebe auswichen. Das sei eine Ursache für den Schilfrückgang in der Fissauer Bucht des großen Eutiner Sees.

55 Hektar des 420 Hektar großen FFH-Gebiets Obere Schwentine hat die Schrobach-Stiftung auf 30 Jahre gepachtet, um für weitgehend naturbelassenes Grünland zu sorgen. Den Kern des Stiftungslandes bildet die über 30 Hektar große Mühlenwiese bei Stendorf. Obwohl das FFH-Gebiet in diesem Bereich nur einen schmalen Korridor des Schwentinelaufes ausmacht, sollen die Flächen im Sinne der Gewässerverbesserung gestaltet werden.

Wie wichtig die Betrachtung aller Flächen im Einzugsgebiet der Schwentine ist, machte die Diskussion über Nährstoffeinträge deutlich. Dabei ging es sowohl um die Erhebung von Messwerten und deren Interpretation wie auch um Maßnahmen zur Reduzierung der Einträge. Dabei wurden sowohl Einleitungen aus Kläranlagen wie auch aus Düngung betrachtet.

Burggraf machte deutlich, dass es nicht Ziel des Managementplanes sei, einzelne Verursacher zu identifizieren, sondern das eigene Verständnis für Notwendiges zu wecken: „Jeder dreht ein bisschen an seiner Schraube, statt auf die der anderen zu schauen.“ Es gebe zudem keinen Zwang zur Teilnahme an den noch festzulegenden Maßnahmen. Verpflichtend seien sie nur für die öffentliche Hand. Private Grundeigentümer müssten lediglich das Verschlechterungsverbot beachten, Demnach sind Veränderungen untersagt, die den Zustand des FFH-Gebietes negativ verändern. Um die Punkte zu identifizieren, die einen möglichst großen Hebel für die Gewässerverbesserung bieten, versuche man mit den Runden Tischen Informationen zu sammeln, um die in Planungen einfließen zu lassen

Zahlreiche Anregungen dokumentierte Sabrina Scheitweiler noch am Abend. Dazu gehörte auch die Räumung eines verstopften Ablaufes am Mühlenteich in Kasseedorf, auf deren Notwendigkeit Wolfram Hartwich vom Naturschutzverein hingewiesen hatte.

Auf welchen Flächen es zur Umsetzung welcher Maßnahmen kommen kann, wird Thema des zweiten Runden Tisches sein. Grundeigentümer, die sich bereits im Vorwege über die Maßnahmen und mögliche Förderprogramme informieren möchten, erreichen Carsten Burggraf und Sabrina Scheitweiler unter Tel. 04521/77619-88 oder per E-Mail an burggraf @wasser-otter-mensch.de



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