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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 15:05 Uhr

Plön : Schweigeminute vor Vereidigung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ministerpräsident Torsten Albig gedachte gestern in Plön mit Soldaten und ihren Angehörigen Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt.

Plön | 251 Soldaten der Marineunteroffizierschule legten gestern ihr Gelöbnis oder ihren Eid vor der Kulisse des Schlosses Plön ab. Ehrengast war Ministerpräsident Torsten Albig, der unter Halbmast geflaggten Fahnen um eine Schweigeminute für den verstorbenen Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt bat: „Er hat gedient und war der Bundeswehr sehr nah.“

Albig würdigte die Bundeswehreinsätze im Mittelmeer, bei denen in diesem Jahr tausende Menschen aus Seenot gerettet wurden. „Die Marine leistet hier Großes. Die Todeszahlen sind immer noch unerträglich, doch ohne die maritime Gemeinschaft und den deutschen Soldateneinsatz wären sie noch viel höher“, sagte Albig.

Die jungen Rekruten seien bereit, auch in solchen Einsätzen mitzuhelfen, so Albig weiter: „Dafür gebührt Ihnen unser aller Respekt.“ Bereits seit 55 Jahren würden in Plön Soldaten fit gemacht für ihre Aufgaben zur See. Die Soldaten der MUS würden zum Plöner Stadtbild gehören und gute Arbeit zum Wohle des ganzen Landes leisten.

Die Bundeswehr sei auch ein wertvoller Partner bei der Versorgung von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein. Sie helfe mit Kasernen und in den Kasernen. „Ich bin dankbar, dass wir Soldaten haben, die mit anpacken: bei der Versorgung, bei der Organisation und beim Aufbau von Erstaufnahmen“, so Albig. Die Flüchtlingshilfe sei zu einer wichtigen zusätzlichen Aufgabe der Bundeswehr geworden. Aktuell seien mehr Soldaten in der Flüchtlingshilfe tätig als im Auslandseinsatz.

Soldaten arbeiteten für Freiheit und Frieden auch fern der Heimat. „Tuen wir dort nichts gegen Tyrannen und Fanatiker, dann sehen die Menschen keinen anderen Ausweg und flüchten nach Europa. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier arbeiteten hart an Lösungen, um die europäische Solidarität wieder herzustellen. Und Deutschland sei in der Pflicht, Flüchtlingen Schutz zu geben und für sie zu sorgen. Albig: „Das ist auch eine Verpflichtung aus unserer eigenen Geschichte heraus.“

Albig zeigt sich überzeugt, dass die Soldaten in der Plöner MUS gut auf ihre bevorstehenden Einsätze vorbereitet werden. Und dafür sei ein klares Bekenntnis der Soldaten zur Bundeswehr, zur Marine und zur Bundesrepublik Deutschland von großer Bedeutung. Es seien wahrlich bewegende Zeiten. Albig: „Und wir entscheiden, ob wir etwas bewegen oder selbst nur bewegt werden.“

MUS-Kommandeur Matthias Kähler wies gestern darauf hin, dass am Mittwoch vor 60 Jahren in Bonn die ersten Freiwilligen der späteren Bundeswehr zu Soldaten ernannt wurden. Keine Armee habe bisher dieses Alter erreicht und so lange Frieden und Freiheit gesichert.

Kähler bezeichnete die Bundesrepublik Deutschland und das Deutsche Volk als Auftraggeber und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen aus den Auftrag der Soldaten. Er zitierte Konrad Adenauer, der einmal sagte: „Die wachsame Bewahrung der Freiheit ist eine gemeinsame Aufgabe aller Staatsbürger.“ Soldaten seien der Garant für das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes. Aber Freiheit sei auch zwingend mit Verantwortung verknüpft. Die Glöbnisrede sprach der Kommandeur der Lehrgruppe B, Fregattenkapitän Steffan Helmich.  

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erstellt am 13.Nov.2015 | 04:00 Uhr

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