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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 05:48 Uhr

Schwarzer Peter munter unterwegs

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zum Aus für Oldenburger Geburtsstation gibt’s Kritik und Schuldzuweisungen

Während der Geschäftsführer der Sana-Kliniken Ostholstein, Dr. Stefan Puke, eine Schließung der Geburtsstation in Oldenburg als unvermeidlich dargestellt hat (siehe Seite 1), gab es im politischen Raum eine muntere Verteilung von Schuldzuweisungen. So hat die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Katja Rathje-Hoffmann, der Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) vorgeworfen, sie habe die Situation der Geburtshilfe in Oldenburg verkannt und die Sachlage nicht richtig eingeschätzt. Deshalb solle das Ministerium nun „unter Beteiligung aller Verantwortlichen und Betroffenen ein vernünftiges Versorgungskonzept für das nördliche Ostholstein entwickeln.“

Diese Sicht der Dinge brachten den Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Burkhard Klinke, in Harnisch: Es sei die CDU im Kreistag gewesen, die im November 2003 mit ihrer absoluten Mehrheit die Privatisierung des Kreiskrankenhauses „durchgedrückt“ habe. Klinke: „Seitdem hat die Kreispolitik leider keinerlei Einfluss mehr auf die regionale Krankenhausversorgung, von der notwendigen Einbindung des Rettungsdienstes abgesehen.“

Die FDP-Kreistagsfraktion äußerte Bedauern über die Schließung der Station in Oldenburg nicht nur wegen der weiteren Wege für Schwangere, sondern auch wegen des Wegfalls einer wichtigen Einrichtung der Daseinsvorsorge im Nordkreis. Die FDP-Vertreter kritisierten die Sana-Leitung, dass sie nach den unbestritten stark rückläufigen Geburtenzahlen keine andere Wege als eine Schließung gesucht habe.

Gabriele Braune, Kreistagsabgeordnete und Sprecherin der Grünen in Ostholstein, ließ bei allem Bedauern auch Bereitschaft erkennen, die Schließung zu akzeptieren. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass ein Teil der werdenden Mütter die höhere Risiko-Sicherheit der Krankenhäuser in Eutin und Lübeck einer Geburt in Oldenburg vorziehe.

Weniger versöhnlich gibt sich Gisela Teuchert-Benker, Kreisvorsitzende der sozialdemokratischen Frauen (ASF): Zu einer „bestmöglichen Qualität“ von Geburtenstationen zähle auch eine gute Erreichbarkeit. Teuchert-Benker kritisiert besonders, dass weder Fachärzte, noch Hebammen und Personalvertretung bei einer so wichtigen Angelegenheit gefragt worden seien, und sie bezweifelt die Qualität des neuen Konzeptes. Die ASF fordert deshalb wie auch Katja Rathje-Hoffmann, die Schließung der Geburtenstation zu verhindern und mit allen Beteiligten ein neues Konzept zu entwickeln, zumal der Chefgynäkologe in Oldenburg bis Mitte 2015 bereit stehe.

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erstellt am 31.Mai.2014 | 17:08 Uhr

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