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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 06:51 Uhr

Schutzgebiet bringt die Bauern in Rage

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Landwirte kritisieren Landschaftsschutzgebiet in Bungsbergregion

von
erstellt am 06.Dez.2016 | 11:16 Uhr

Die Ankündigung des Kreises Ostholstein, dass er am Bungsberg ein Landschaftsschutzgebiet ausweisen will, hat bei betroffenen Landwirten tiefe Verunsicherung erzeugt. Deutlich spürbar wurde das beim Kreisbauerntag, bei dem Landrat Reinhard Sager (Foto, CDU) viel Kritik anhören musste.

Sager hatte vor gut 220 Anwesenden im „Schützenhof“ die Beweggründe des Kreises erläutert: Angesichts der neuen Ausweisung von Windeignungsflächen durch das Land habe der Kreis akuten Handlungsbedarf für den Bungsberg gesehen. Als einziges Instrument für den Schutz der sensiblen Landschaft vor „Windräder-Wildwuchs“ bleibe dem Kreis die Ausweisung eines Schutzgebietes, wie es der Kreis Plön auf seiner Seite des Bungsberges ebenfalls vornehme – übrigens ohne öffentlich wahrnehmbaren Protest. Damit keine vollendete Tatsachen geschaffen würden, bevor das Schutzgebiet wirksam werde, sei eine zweijährige Veränderungssperre erlassen worden.

Sager versicherte, dass ein Beteiligungsverfahren beginne, in dem erst die Größe des Gebietes und detaillierte Bestimmungen ermittelt würden. Großes Gewicht hätten die Stimmen der Landwirte bei diesem Verfahren, und es gebe einen Dialog mit dem Kreisbauernverband. Sager betonte weiter: „Land- und Forstwirtschaft werden von diesem Landschaftsschutzgebiet nicht tangiert, es geht nur um Windkraft – sonst werde ich meine Unterschrift nicht darunter setzen.“ Siedlungen würden samt einer Pufferzone von Beschränkungen ausgenommen, folglich werde es auch zum Beispiel beim Bau von Altenteilern auf den Bauernhöfen keine neuen Einschränkungen geben.

Trotz solcher Zusicherungen erntete Sager bissige Kommentare wie „das ist wie eine Enteignung“. Der ehemalige Kreisvorsitzende Heiner Kröger warnte, dass nach seiner Erfahrung in solchen Anhörungsverfahren die Naturschutzverbände die „Lufthoheit“ errängen.

Sagers Reaktion: „Ich dachte, ich ernte hier Lob, weil wir landwirtschaftliche Belange nicht tangieren werden. Aber auch wenn es keine Anerkennung gibt: Wir bleiben im Dialog mit dem Bauernverband.“ Seite 6

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