zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 00:52 Uhr

Eutin : Schulz: Das schaffen wir!

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Bürgermeister zeigt sich optimistisch, die Flüchtlingssituation zu bewältigen, und sieht bei der LGS Visionen Wirklichkeit werden.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2016 | 19:12 Uhr

Die Auswirkungen der weltpolitischen Lage, aber auch die bevorstehende Landesgartenschau (LGS) und die damit verbundene Stadtsanierung waren am Sonntag beherrschende Themen des Eutiner Neujahrsempfangs in der „Alten Reithalle“ Eutiner Rettbergkaserne. Dorthin hatten die Stadt und das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ geladen.

Kommandeur Alexander Radü, Bürgervorsteher Dieter Holst und Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz, der seinen letzten Neujahrsempfang in dieser Funktion absolvierte, mussten zunächst einmal Schwerstarbeit leisten und an die 300 Hände schütteln, bevor sie ihre Reden halten konnten. Schulz begann zwar mit einer düsteren Blick auf die internationalen Geschehnisse des vergangenen Jahres und zählte von den Terroranschlägen in Paris bis zur Flüchtlingsdramatik Etliches davon auf, was die Menschen 2015 bewegt und bestürzt haben dürfte. Doch mit Blick auf das neue Jahr zeigte er sich optimistisch: „Wir wollen zum Jahresbeginn positiv nach vorn schauen, und da helfen die Worte der Kanzlerin: Das schaffen wir!“

Beifall brandete auf, als Schulz sich für den Einsatz bedankte, den Vermieter, Wohnungsbaugesellschaften, Hilfsorganisationen, Vereine und die Volkshochschule leisteten, um die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen zu bewältigen. „Eutin zeigt sich da von seiner besten Seite“, lobte Schulz das Engagement. 170 Flüchtlinge habe Eutin bereits aufgenommen, weitere 180 seien kontingentiert. „Was in diesem Jahr noch auf uns zukommen wird, kann ich Ihnen nicht sagen.“

Visionen seines Vorgängers Gernot Grimm zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur von der Schwimmhalle bis zur den Festspielen sieht Schulz bei LGS und Stadtsanierung Wirklichkeit werden. „Süduferpark, Torhäuser, Bauhof, Küchengarten, Stadtbucht und Seepark haben wir in Angriff genommen.“

109 Tage vor der LGS-Eröffnung liege aber auch ein steiniger Weg hinter allen Betroffenen, Anliegern, von Sperrungen Betroffenen und Kommunalpolitikern, die getroffene Beschlüsse in vielen Gesprächen hätten rechtfertigen müssen. „Bei allen entschuldige ich mich für diese Unannehmlichkeiten, die wir Ihnen bereitet haben, wir haben aber nicht für uns, sondern für unsere Stadt Eutin Hand angelegt.“

Auch die Verwaltung habe von einigen Seiten zum Teil große Widerstände erfahren und Missverständnisse bis hin zu persönlichen Anfeindungen ertragen müssen. „Das war nicht immer leicht.“ Doch mittlerweile seien bereits 7000 Dauer- und 3500 Tageskarten verkauft.

Als Chance für alle Beteiligten, Gewerbetreibende, Politik und Bürger, die Stadt als lebendigen, attraktiven Wohn-, Arbeits- und Einkaufsort zu erhalten und weiter zu entwickeln, bezeichnete Landrat Reinhard Sager die Landesgartenschau. „Die Weichen hierfür sind jedenfalls gestellt, und ich schaue mit Freude, Spannung und auch ein wenig Stolz auf die Kreisstadt Ostholsteins.“

Mit Blick auf die Flüchtlingssituation rief Sager die Worte des Bundespräsidenten Joachim Gauck in Erinnerung. Der habe eine offene Debatte gefordert und erklärt, der Meinungsstreit sei ein Teil der Demokratie.

Einen großen Rückhalt in der Bevölkerung attestierte Schulz den Aufklärern für ihre Auslandseinsätze. „Wir beten für Sie, kehren Sie alle gesund und unversehrt wieder heim nach Eutin“, sagte Schulz und löste damit den kräftigsten Applaus der Veranstaltung aus. Die ersten Soldaten des Bataillons befänden sich bekanntlich bereits seit Mitte Dezember im Einsatz, mit Schwerpunkt im Kosovo, erklärte Oberstleutnant Radü. Spähtrupps der zweiten Kompanie seien seit dem 4. Januar im Norden Afghanistans im Einsatz. „Und auch die restlichen Kräfte des KFOR-Kontingents (Kosovo Force) werden in den nächsten Tagen verlegen.“ Die Vielzahl der Gäste des Neujahrsempfangs wertete Radü auch als Zeichen dafür, dass diese sich bei „ihren“ Soldaten wohlfühlten, „so wie wir Soldaten Eutin als unsere Heimat empfinden dürfen.“

In einer launigen Rede forderte Eutins Propst Peter Barz die Gäste auf, ihrer Lebensfreude freien Lauf zu lassen („...im Abendkleid in den Springbrunnen steigen und sich wie eine übermütige Göttin fühlen“), kam aber auch auf die Flüchtlinge zu sprechen. Er forderte dazu auf, auf diese zuzugehen und „im Kontakt zu diesen Menschen noch mal zu merken, was Leben bedeutet“. Von den Übergriffen in Köln dürften sich die Menschen nicht irre machen lassen.

Zum Abschluss bedankte sich Schulz bei seinen geduldigen Mitarbeitern, die ihn 14 Jahre lang bei den Neujahrsempfängen unterstützt hätten. Claudia Mohns, Kirsten Rosenow, Eike Stöve, Anita Lützel und Volker Hein erhielten kleine Präsente. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Jugendband des TSV Fissau. Traditionsgemäß sammelten zum Abschluss der Veranstaltung die „Sternsinger“ für bedürftige Kinder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen